Wie kam es zur Diagnose?
Meine Depression gilt als unheilbar. Ich habe Therapien und Medikamente ausprobiert, aber nichts hat wirklich geholfen – vielleicht auch, weil ich nie einen gesunden Zustand kannte, zu dem ich zurückkehren könnte. Wie soll man „besser werden“, wenn man gar nicht weiß, wie sich „normal“ anfühlt?
Quelle: https://www.gutefrage.net/aktion/blickwechsel-unheilbar-depressiv
Wenn man gar nicht weiß, wie sich „normal“ anfühlt, wie kommt man dann überhaupt auf die Idee, dass der Zustand sich nicht „normal“ anfühlt? Wann und wie haben Du oder Andere es gemerkt? Und wie ging es dann weiter?
2 Antworten
Wenn man nie einen „normalen“ Zustand erlebt hat, erkennt man nicht durch Vergleich, dass etwas anders ist. Man merkt es eher an der Diskrepanz zwischen sich selbst und anderen z. B. dass Freunde oder Familienmitglieder Gefühle zeigen, Freude erleben, auf Ereignisse reagieren, während man selbst innerlich flach, leer oder emotional abgeblockt bleibt.
Der Schritt, zu realisieren, dass das nicht „normal“ ist, kam also nicht von einem direkten Vergleich mit meinem eigenen früheren Zustand, sondern durch Kontakte und Beobachtungen außen, die mir zeigten, dass ich anders funktioniere.
Richtig, in meinem Fall habe ich 2022 meine Gefühle "verloren"
Wollte es nur ergänzen weil Viele der Meinung sind Depressive würden immer nur traurig und/oder stumpf durch die Welt schauen.
Und ganz Besonders Schlaue meinen Depressive müssten nur mal lächeln dann wird das schon wieder.
Dabei machen das ja viele Depressive Menschen. Sie lachen, haben auch mal Spaß aber eben trotzdem Depressionen.
Ein wichtiger Hauptgrund für Depressionen ist die Vorstellung vom überzogenen Subjektivismus. In Wirklichkeit gibt es eine gleichrangige Symbiose zwischen Objekt ( den jeweiligen Dingen) und einem Subjekt. Es gilt oft der Irrglaube der Mensch könne selbst Schicksal spielen. Erkennt man aber den Stellenwert der relevanten Dinge voll an, ist das Vorkommen eines Gefühls der Niedergeschlagenheit nicht mehr möglich.
Aber Depressive sind ja nicht unbedingt oder ständig emotionslos bzw emotional geblockt. Man kann Freude erleben und Gefühle zeigen und trotzdem depressiv sein.