Meinung des Tages: Was haltet Ihr von dem Vorschlag, den Pflegegrad 1 abzuschaffen?
(Bild mit KI erstellt)
Der Vorschlag, Pflegegrad 1 abzuschaffen oder seine Leistungen zu streichen, sorgt derzeit für heftige Debatten – und fordert eine grundsätzliche Neuordnung des Systems...
Was ist der PG1?Pflegegrad 1 wurde 2017 eingeführt für Menschen mit „geringen Beeinträchtigungen der Selbstständigkeit“. Im Gegensatz zu den Pflegegraden 2–5 gibt es kein Pflegegeld oder Pflegesachleistung – stattdessen stehen Beratungsangebote, Hilfsmittelvergütungen und der sogenannte Entlastungsbetrag (bis 131 € monatlich) zur Verfügung. Etwa 861.000 Menschen in Deutschland haben aktuell den Pflegegrad 1.
Warum fordern manche eine Abschaffung?Die Debatte wird durch akuten Finanzdruck und mögliche Einsparziele angefeuert: Vertreter von Krankenkassen und Experten schlagen vor, die Leistungen von Pflegegrad 1 zu kürzen oder ganz zu streichen, um Ressourcen für stärkere Pflegebedarfe zu sichern. Kritiker warnen aber vor fatalen Folgen: ohne Hilfe bei geringem Unterstützungsbedarf drohen Lücken in der Versorgung, Überforderung von Angehörigen und später höherer Kosten. Zudem wird argumentiert, dass der Entlastungsbetrag Anreize zu Mitnahmeeffekten setze, statt tatsächliche Pflegebedürftigkeit auszugleichen.
Prävention und Beratung als Alternative?Eine Option wäre, Pflegegrad 1 nicht vollständig abzuschaffen, sondern auf Prävention und Beratung umzubauen – statt finanzieller Zuschüsse. Zudem könnte ein Bestandsschutz für bisherige Bezieher gelten, während neue Anträge nur in modifizierter Form bewilligt werden. Ziel müsste sein, den niedrigen Unterstützungsgrad effizienter zu gestalten, ohne Pflegebedürftige ins Leere fallen zu lassen....
Unsere Fragen an Euch:- Welche Folgen hätte eine Abschaffung des Pflegegrads 1 für Betroffene und Angehörige?
- Sollten knappe Pflegekassenmittel eher den höheren Pflegegraden zugutekommen?
- Wie wichtig ist Prävention im Pflegebereich – und kann sie den Pflegebedarf wirklich senken?
- Wie ließe sich Pflege fair zwischen Staat, Angehörigen und Versicherungen aufteilen?
Wir freuen uns auf Eure Antworten!
Viele Grüße
Euer gutefrage Team
49 Antworten
Das ist Mist.
Die Pflegestufe 1 soll die Betroffenen möglichst lange noch zuhause halten, ein würdiges Leben ermöglichen und Pflegeheime damit entlasten.
Es ist keinesfalls ein Luxusprivileg.
Desto mehr würden bei der Abschaffung der Pflegestufe eins dann sofort mit der 2 beginnen. Das hätte eher einen gewaltigen Anstieg der Kosten zur Folge. Da haben bestimmte Leute wieder mal nicht bis zum Ende gedacht.
Oh Gott 😂😂😂😂 Darüber habe ich mich gestern total aufgeregt.
Man will Rentner für ein FSJ verpflichten und ich hab gestern so derbe darüber abgelästert, wie der letzte Asi. Dabei kamen auch die Fahrradwege in Peru zur Sprache. Und die Fahrräder natürlich, die müssten wir ja hinterherschicken sonst wären die Fahrradwege sinnlos.....
Ja....
Unsere Rentner brauchen doch kein Fahrrad, sie können zu Fuß laufen während sie Pfandflaschen suchen.....
Einsparungen auf dem Rücken derer vorzunehmen die ohne Verschulden bereits in der Gesellschaft benachteiligt sind spricht doch schon für sich!!!
Diese Institutionen oder Menschen die solche Vorschläge zur Diskussion stellen sollten sich bevor dies ausgesprochen wird erst einmal selbst reflektieren.
Wenn sie das noch können würde ein solcher Vorschlag nie zur Diskussion gestellt.
Über 850.000 Menschen beziehen Leistungen nach Pflegegrad I. Das ist für sie wichtig, um ein Voranschreiten der Pflegebedürftigkeit zu verlangsamen. Der Deutsche Paritätische Wohlfahrtsverband hat sich schon gegen die Abschaffung des Pflegegrades I ausgesprochen. Das sollte nicht erfolgen.
Kompletter Unsinn....
Ich arbeite im technischen Bereich einer großen Wohnungsgesellschaft und baue für unsere Mieter regelmäßig Wohnungen um. Da werden entweder Bäder auf Duschen umgerüstet, der Balkonzugang barrierefrei gestaltet oder auch mal ein Treppenlift montiert.
Das ganze ist in ca. 95% aller Fälle nur machbar, weil es aufgrund der Pflegestufe 1 eine Kostenbeteiligung von ca. 4.200 EUR pro Maßnahme gibt.
Was passiert nun, wenn die Pflegestufe 1 gestrichen wird? Korrekt, der Mieter kann nicht mehr allein und selbstbestimmt in seiner Wohnung leben und geht schlimmstenfalls ins Pflegeheim.
Ich denke nicht, dass das der jetzt schon gebeutelten Pflege hilft....
Wenn das Mieter sind die wirklich eine Einschränkung haben wäre ich der letzte, der etwas dagegen sagt. Leider sind die Hälfte Mitnehmer. Die brauchen das nicht
Leider sind die Hälfte Mitnehmer. Die brauchen das nicht
Da diese Ansprüche von den Kassen hart durchleuchtet werden, würde ich das doch mal bezweifeln. Die Pflegekassen haben ja nichts zu verschenken.
Ich kenne da etliche Personen aus meinem Umfeld, die seit Jahren um die Pflegestufe kämpfen.
Pflegestufe 1 muss man nur gut jammern können. Das reicht. Ein bisschen Schauspielerisches Talent schadet auch nicht.
Das ist doch nicht wahr. Ich habe jahrelang für meine Mutter um den Pflegegrad eins gekämpft. Da kommt jedes Mal der medizinische Dienst und wenn die Person noch weiß, welcher Tag heute ist, dann wird das abgelehnt..
Das aber ältere Leute Sturz gefährdet sind und zum Beispiel eine Badewanne nicht mehr benutzen können, weil sie da weder rein noch wieder rauskommen, das interessiert niemanden.
Ich finde, es ist ein Unding, jetzt bei den alten Leuten sparen zu wollen. Einfach nur Menschenverachtend sowas . Aber in der heutigen Zeit wundert mich das nicht.
In deinem Fall sollte da absolut geholfen werden. Da sind halt die dran die Drohnen und Schauspielern. Die bekommen ihre Pflegestufe. Mehr sag ich gar nicht. Hab ein paar im Bekanntenkreis davon.
Leider sind die Hälfte Mitnehmer. Die brauchen das nicht
Unsinn. Was willst du denn bei Stufe 1 "mitnehmen"? Da bekommt man kein Geld, nur Hilfen auf Antrag. Wer z.Bsp. nicht mehr in die Badewanne kommt, bekommt dann auf Antrag Hilfe für den Umbau, wobei das Geld an den Dienstleister geht. Man hat ein Budget von 130 € im Monat, mit dem man einen anerkannten Dienst beauftragen kann, der z.Bsp. beim Einkaufen hilft oder ähnliches. Auch das Geld bekommst du nur, wenn du nachweist, das du so einen Dienst beauftragt hast. Bei Pflegegrad 1 hast du garnichts, an dem du dich bereichern kannst
Da geht es um haben wollen. Ich kenne eine die hat sicher 50 Pakete Gummihandschuhe und 50 Flaschen Desinfektion. Wenn die Fenster und das Klo geputzt freut sie sich , dass die das nicht machen muss und trinkt gemütlich Kaffee
Ja und was ist schlimm daran? soll eine alte Frau mit 85 noch auf die Leiter steigen, um Fenster zu putzen oder wie?
Du kannst doch nicht alle über einen Kamm her, nur weil du eine kennst. Meine Mutter ist 96 Jahre alt geworden. Mit 94 war sie immer noch so fit, dass sie noch herumlaufen konnte und sich weitgehend selbst versorgen konnte. Aber sie konnte nicht mehr die Bettwäsche waschen und aufhängen oder die Fenster putzen. Und einkaufen gehen in dem Alter macht kein Spaß mehr bei der rücksichtslosen Gesellschaft, die wir haben. Meine Mutter wollte nie etwas vom Staat. Ich habe geholfen, so gut ich konnte und zwar ohne etwas dafür zu bekommen.
Aber ich war halt auch nicht immer da, weil berufstätig etc. Da wäre es schon eine große Hilfe gewesen, wenn jemand für sie mal eingekauft hätte oder eben mal den Staubsauger geschwungen hätte oder sowas.
Aber das ist genau das Problem. Die Leute, die wirklich Hilfe brauchen bekommen keine. Und die anderen, die schlau genug sind um abzuzocken, denen schiebt man es hinten und vorne rein.
Der medizinische Dienst stellt Fragen. Und die alten Leutchen sind bemüht, die Fragen zu beantworten und wollen einen guten Eindruck machen und das ist genau der Fehler.
Der medizinische Dienst stellt Fragen. Und die alten Leutchen sind bemüht, die Fragen zu beantworten und wollen einen guten Eindruck machen und das ist genau der Fehler.
Stimmt... Meine Schwiegeroma war schon soo gaga, das wir ihr den Herd abgeklemmt hatten, damit sie die Bude nicht abfackelt, aber bei der Beurteilung wuselte sie rum, wollte Kaffee kochen und vorführen, wie schön aufgeräumt und sauber ihre Wohnung ist... Das ihr Sohn vorher aufgeräumt hat, weil ihm die Bude peinlich war, hat sie nicht gesagt. Natürlich wurde die Pflegestufe abgelehnt. Bei der nächsten Beurteilung ein paar Wochen später hat niemand aufgeräumt und meine Schwägerin hat da auch Klartext geredet, was sich mein Schwiegervater beim ersten Mal nicht getraut hat... Und wie bekam sofort die Stufe 2.
Der medizinische Dienst stellt Fragen. Und die alten Leutchen sind bemüht, die Fragen zu beantworten und wollen einen guten Eindruck machen und das ist genau der Fehler.
Das braucht es eigentlich nicht einmal. Am Ende zählen die ärztlichen Beurteilungen. Wenn dort eine eindeutige Diagnose gestellt wird, gibt es teilweise gar keine Beurteilung vor Ort mehr.
Das habe ich bei meiner Mutter gerade erlebt... Sie ist 91, kann immer weniger selbst und alle Ärzte, die sie in den letzten Monaten gesehen haben, meinten zu mir "stell mal Antrag auf Stufe 2". Das sie ohne Gehhilfe garnicht mehr laufen kann, das sie nicht mehr so gut stehen kann und ihr die Körperpflege immer schwerer fällt, das ich ihr Essen vorkochen muss, damit sie was isst, das sie seit Jahren nicht mehr beim Friseur war, weil sie da ohne Hilfe nicht hinkommt und anderes zählte nicht... Hilfsmittel haben wir vor längerer Zeit schon selbst gekauft, als sie sie brauchte... Therapien bekommt sie nicht, weil sie einfach nur alt ist und sie eh nichts ändern und sie alleine auch garnicht hinkommt... Und die Kasse entschied u.a. wegen dieser nicht vorhandenen Therapien nach Aktenlage, das sie keine Stufe 2 braucht... Ihr Hausarzt, der die Hochstufung vorgeschlagen hatte, wurde übrigens nicht einmal gefragt... Entscheidung nach Aktenlage.
Ganz genau - so läuft das. Es ist erschreckend. Wissen diese Leute die sowas entscheiden nicht dass sie selbst mal alt werden ?
Ich kenne da etliche Personen aus meinem Umfeld, die seit Jahren um die Pflegestufe kämpfen.
Aus dem Verwandtenkreis ich auch, Die Frau hat einen Mann halbseitig gelähmt und kann nicht sprechen, kaum Grad 1 bekommen und auch das nur mit Druck. Gutachten und Ärzte Dokumentationen waren da. Gegenüber der Mann kann sprechen etc., ist nur leicht eingeschränkt und spielt hauptsächlich den enorm Behinderten, der hat Grad 2 oder gar 3. Ist zugegeben bereits 10-20 Jahre her aber viel geändert hat sich am System nicht.
Zudem, die Politiker wollten es ja glaube unter der Union verbieten das die Kassen mehr wie 10% der Rechnungen prüfen. Allein der Punkt lässt schon aufhorchen.
Das Problem ist ua. anderem auch in den Kompetenz Centern (?) zu finden. Passenderer Name wäre Inkompetenz. Man sammelt einfach alle welche die selbe Aufgabe haben in einem Ort und nennen das dann Kompetenzcenter. Das dumme ist, die müssen anders als vorher wo du alles in einem Haus hattest unter einander nun alles von einen Center zum nächsten tragen, was alles verkompliziert. Vorher konnte die mal auf kurzen Amtsweg mal nachfragen und vielleicht Sachen schnell klären, heute muss der Sachbearbeiter erst ein Center 500 Km weiter anrufen und die eines 100 km weiter.
Schonmal drüber nachgedacht, dass auch das Prävention ist? Wenn Oma Lise nun eine ebenerdige Dusche hat, stürzt sie nicht aus der Badewanne, bricht sich nicht den Oberschenkelhals (welcher oftmals ein Sargnagel zu schwererer Pflege- und Hilfsbedürftigkeit ist), belastet damit ggf erst deutlich später bis garnicht ein Pflegeheim/die Pflegekasse.
Finde ich nicht gut. Wie immer müssen es die Ärmsten ausbaden, die die keine Lobby haben. Warum streicht man nicht 100 Abgeordnete? Dann hätte man genug Geld.
Sie brauchen das Geld für Fahrradwege in Peru