Hallo mehlstrasseHNVR,
Ich glaube, wenn man das versucht zu pauschalisieren, wird man den Menschen nicht gerecht. Jede Person hat ihre ganz individuelle Geschichte, wie und warum sie süchtig geworden ist. Da spielt neben der Droge selbst (Wirkung, Suchtpotenzial, Preis, Verfügbarkeit, etc.) das soziale Umfeld (Familie, Freunde, Vorbilder, Gesellschaftliche Rahmenbedingungen, etc.) und due eigene Person (Erwartungen und Ziele, Bewältigungsstrategien, soziale Fähigkeiten, etc.) eine Rolle.
Wir haben bei uns in der Beratung schon sehr viel mit traumatisierten Klient:innen zu tun. Insbesondere schwierige familiäre Situationen sind sehr häufig, also zum Beispiel körperliche oder psychische Gewalt, Suchtproblematik bei den Eltern, wenig Kommunikation, Druck und vieles mehr. Aber nicht jede Person, die belastet oder traumatisiert ist, entwickelt eine Sucht. Da kommen dann wieder die persönlichen Ressourcen und Bewältigungsstrategien ins Spiel oder auch die Frage nach anderen unterstützenden Personen im Umfeld.
Eine einfache Antwort gibt es darauf also nicht wirklich.
Übrigens - auch wenn ich mir sicher bin, dass du das nicht negativ gemeint hast und auch wenn ich weiß, dass manche drogenabhängige Menschen den Begriff als Selbstbezeichnung verwenden - ist "Junkie" im Allgemeinen eine sehr abwertende Bezeichnung.
Viele Grüße
Peter vom DigiStreet-Team der Drogenhilfe Schwaben