Meinung des Tages: Sollten höhere Steuern auf Alkohol, Tabak und Zucker eingeführt werden?
(Bild mit KI erstellt)
Ob Bier, Zigarette oder süße Limo – was wir, bzw. einige von uns, täglich konsumieren, könnte bald spürbar teurer werden...
Die Forderung
Der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Andreas Gassen, fordert höhere Steuern auf Alkohol und Tabak sowie die Einführung einer Zuckersteuer. Ziel sei es, Krankheiten vorzubeugen und zugleich zusätzliche Einnahmen für das Gesundheitssystem zu generieren. Als Vorbild nennt Gassen Länder wie Schweden oder Dänemark, in denen Zuckerabgaben bereits existieren. Die Einnahmen sollen seiner Vorstellung nach zweckgebunden in die Gesundheitsversorgung fließen – und nicht im allgemeinen Staatshaushalt verschwinden.
Gesundheit vs. Freiheit
Befürworter sehen in höheren Preisen ein wirksames Mittel, um den Konsum ungesunder Produkte zu senken – besonders bei Jugendlichen. Rauchen zählt weiterhin zu den häufigsten vermeidbaren Todesursachen. Gleichzeitig zeigen aktuelle Zahlen, dass Alkoholvergiftungen bei Kindern und Jugendlichen zuletzt rückläufig waren. Kritiker fragen daher, ob weitere Steuern wirklich nötig sind oder vor allem Menschen treffen, die ohnehin verantwortungsvoll konsumieren.
Soziale Folgen
Umstritten ist auch die soziale Wirkung solcher Abgaben. Höhere Preise treffen Haushalte mit geringem Einkommen stärker als andere. Gegner sprechen deshalb von „Bevormundung durch den Staat“. Befürworter entgegnen, dass die Folgekosten von Alkohol-, Tabak- und Zuckerkonsum letztlich alle tragen – über Krankenkassenbeiträge und Steuern.
Unsere Fragen an Euch:- Sollte der Staat das Konsumverhalten der Bürger durch Preise lenken dürfen?
- Würden höhere Preise Euer eigenes Konsumverhalten verändern?
- Wäre eine Zweckbindung der Einnahmen für das Gesundheitssystem ein überzeugendes Argument?
Wir freuen uns auf Eure Antworten und wünschen Euch einen guten Start in die Woche!
Viele Grüße
Euer gutefrage Team
216 Stimmen
76 Antworten
iel sei es, Krankheiten vorzubeugen und zugleich zusätzliche Einnahmen für das Gesundheitssystem zu generieren.
Wenn man ehrlich ist, liegen die Prioritäten andersherum.. denn nur deshalb wird darüber debattiert -> 1. Zusätzlich Einnahmen.. und 2. Gesundheit. Die Folgenschwere Politik von Merkel und der Ampel, zeigt sich unlängst in den maroden Haushalten.
Als Vorbild nennt Gassen Länder wie Schweden oder Dänemark
Diese Länder sind uns auch in Sachen Bildung und Migrationspolitik weit voraus. Während die skandinavischen Länder echte strukturelle Änderungen vornimmt, schauen wir, wie wir das ,,weiter-so" finanzieren können.
Sollte der Staat das Konsumverhalten der Bürger durch Preise lenken dürfen?
Ist das lächerlich.. so etwas ändert kein Konsumverhalten. Wenn die 5er Packung Schokoriegel morgen 20 Cent mehr kostet, werden die noch immer konsumiert.
Würden höhere Preise Euer eigenes Konsumverhalten verändern?
Nö. Ich esse sowieso kaum Süßkram. Trotz meines sehr geringen konsums, muss der höhere Preis von mir an der Kasse gezahlt werden. Das ändert mein Verhalten zu 0% (außer das ich Mehrkosten hab - was ja auch beabsichtigt ist.. unter dem Deckmäntelchen von ,,wir sorgen uns um Eure Gesundheit" .. albern^^).
Wäre eine Zweckbindung der Einnahmen für das Gesundheitssystem ein überzeugendes Argument?
Ja, aber daran glaube ich nicht... die Bürger wurden schließlich auch bei der CO2-Abgabe angelogen.
Sorry, aber das Vertrauen ist schon lange weg.
Es ist erlaubt Äpfel 50mal mit Pestizide zu behandeln so dass diese mehr pestizde als Regenwasser zu spüren bekommen aber beim Zucker heult man...
Das ist ein ziemlich dummes Argument. Man sollte nie etwas schlechtes aufrechterhalten, nur weil es auch noch anderes schlechtes gibt. Man sollte an beidem arbeiten. Abgesehen davon ist Polemik nie eine gute Argumentationsgrundlage.
Vielleicht sollte man dann mal überlegen, ob die Steuer das Problem ist, oder die, die uns anlügen.
Ziel sei es, Krankheiten vorzubeugen und zugleich zusätzliche Einnahmen für das Gesundheitssystem zu generieren.
Wo will man da anfangen und wo aufhören?
Gerade in Sachen Ernährung ist es immer eine Frage der Menge bzw. Dosierung. Auch Obst und Wasser sind nur in gewissen Mengen gesund und können bei zu hohem Konsum gefährlich werden.
Und ob eine vegane Lebensweise nun gesund ist, darüber lässt sich definitiv auch streiten!
Als nächstes müsste man dann eine Steuer für all diejenigen Menschen einführen, die in einer Stadt wohnen. Denn anders als die Menschen auf dem Land setzen die Städter sich permanent Dingen wie Lärm, Licht und Abgasen aus, die sich definitiv negativ auf die Gesundheit auswirken.
Soviel ich weiß sind Steuern nicht zweckgebunden (siehe KFZ Steuer) und würden irgendwann einfach im Bundeshaushalt untergehen.
Wenn es tatsächlich um die Stärkung des Gesundheitswesen gehen sollte, dann sollte nicht nur Alkohol, Tabak und Zucker hoch besteuert werden, sondern auch Fast Food.
Dann sollte man auch konsequent sein und Personen, die sich bei einer Riskiosportart verletzten mit einer Sondersteuer im Falle einer Verletzung beteiligen.
Und es ist noch nicht mal gesagt, dass eine höhere Steuer auch höhere Einnahmen und weniger Ausgaben bringt. Die Menschen rauchen und trinken dann evtl. weniger (Steuereinnahmen könnten sinken), aber ob sie dann auf einmal gesünder sind oder werden weiß man nicht.
Soo viele denken ja auch, Hundesteuer wäre gezielt dafür da, den Hundekot wegmachen zu lassen - wozu der Hundehalter ja aber schon selbst verpflichtet ist. Ne, das soll einfach nur schön zusätzliches Geld eintreiben.
Diese Argumente sind vorgeschoben, weil man den Menschen immer weniger Eigenverantwortung zutrauen möchte und es dem Staat letztlich nur um Mehreinnahmen geht. Konsumiert würde im selben Ausmass weiter, auch wenn die Tafel Schokolade nun 20 oder 30 Cent mehr kostete. Freiheit (das Gut, auf das wir uns so gerne berufen) bedeutet auch, sich ungesund ernähren zu können. Der Staat hat hier nicht lenkend einzugreifen - anders als bei Rauschmitteln wie Tabak oder Alkohol.
Es ist m.E. viel bedeutsamer, den Menschen gesunde Ernährung (frei von irgendwelchen Umweltideologien, die inzwischen leider häufig mit einfliessen) näherzubringen. Einfach objektiv bleiben, dann ist ein Thema auch weniger politisiert.
Im Übrigen müsste man dann auch eine Salz-Steuer auf die meisten Fertigprodukte erheben, weil diese oft zu viel Salz enthalten, was auch gesundheitsschädigend ist. Wo will man dann aufhören bzw. die Grenze ziehen?
Keine diese Dinge sind notwendig, wer diese konsumieren will, soll gerne tiefer in die Tasche greifen.
Ich rauche zwar nicht und konsumiere kaum Alkohol, aber ich bin ein "Zuckerjunkie".
Und ich würde den zweifachen Lenkungseffekt (aufgrund höherer Preise weniger kaufen und dadurch die Industrie zum Umdenken zu bewegen) begrüßen.
dann würdest du auf Zuckerersatzmittel zurückgreifen? Die sind auch jetzt schon ohne Zuckersteuer billiger
Richtig und die höheren Ausgaben senken das verfügbare Geld von Geringverdiener so dass diese dann beim Einkauf von anderen Lebensmitteln sich nur den billigsten Dreck leisten können.
Es ist erlaubt Äpfel 50mal mit Pestizide zu behandeln so dass diese mehr pestizde als Regenwasser zu spüren bekommen aber beim Zucker heult man...
https://interaktiv.br.de/pestizide-im-apfel-anbau/#:~:text=Hier%20geht's%20zum%20Film:,Wie%20toxisch%20ist%20der%20Apfelanbau?&text=Die%20Apfelplantagen%20werden%20im%20Schnitt,%E2%80%9C