Alle Details pauschal in eine Antwort werfen, reicht hier kaum. Der Staat DDR (ich war zur Wende 16 und in Sachsen wohnhaft) war eine sozialistische Diktatur unter Führung der SED in allen Regierungs- und Verwaltungsebenen, die das Volk kurz hielt, kontrollierte und manipulierte, Druck ausübte, wo es nötig war. Die Stasi war das Kontrollorgan Nr. 1, um die Machtstrukturen zu schützen. Grundsätzlich war man von der Sowjetunion abhängig. Lebensgrundlagen (Grundnahrungsmittel, Wohnraum, Bildung, Jugendförderung, Gesundheit) wurden massiv subventioniert, was die DDR am Ende finanziell völlig ausbluten ließ. Auf der produzierenden Seite war man im Weltmaßstab abgehängt, kaum Einnahmen, wenig Export. Was man als Billigarbeitsland für das Ausland produzierte, warf den Gewinn im Ausland ab.
Die DDR war auch Grenzstaat der Systeme, Teil von Deutschland, Gastland für den Westen, man musste schon irgendwie die Überlegenheit des Sozialismus' aufzeigen. Daher war die Infrastruktur von allen Ostblockstaaten noch mit am besten.
Die Machtelite alterte immer mehr, das Volk war zudem immer ironisch-zynisch ggü. der Führung, hat sich nie wirklich unterdrücken lassen. Daher auch der verbreitete Mut, sich 1989 dem Staat entgegenzustellen. Stasi und SED haben das so nicht erwartet und am Ende (und zum Glück!) nicht die Entschlossneheit für Gewaltanwendung. Somit kam es zu dem äußerst seltenen bis einmaligen Umsturz eines kompletten Staates, ohne einen tropfen Blut zu vergießen. Darauf kann man wirklich stolz sein!