Sollten Parks wie der Görlitzer Park nachts geschlossen werden, wenn dadurch Kriminalität sinken könnte?
(Bild mit KI erstellt)
Eine neue Umzäunung und nächtliche Schließzeiten — der Streit um den Görlitzer Park geht weiter. Doch was bringt der Zaun wirklich?
Das sind die FaktenDer Berliner Senat plant seit 2025 eine Umzäunung des Görlitzer Parks mit rund 300 Metern Metallzaun und mehreren abschließbaren Stahltoren.
Laut offizieller Begründung dient das Projekt dazu, Drogenhandel und andere Kriminalität im Park einzudämmen. Der Plan: Der Park soll nachts geschlossen werden — im Winter zwischen 22 und 6 Uhr, im Sommer ab 23 Uhr.
Kritiker warnen dagegen, dass lediglich der Zugang beschränkt wird, nicht aber die Ursachen von Drogenkriminalität – und befürchten eine Verlagerung der Probleme in nahe Wohngebiete.
Pro Zaun: Unterstützer sehen die Umzäunung als pragmatische Maßnahme, um Parks für Anwohner, Familien und Freizeitnutzer sicherer zu machen. Der Zugang könne kontrolliert, nächtliche Straftaten reduziert werden.
Kontra Zaun: Gegner kritisieren, dass ein Zaun nur Symptome bekämpft — nicht aber Ursachen wie Drogenabhängigkeit, fehlende Sozial- und Präventionsangebote. Zudem bestehe die Gefahr, dass Drogenhandel und gefährliche Treffpunkte einfach verlagert werden – in Wohnviertel oder andere Parks.
Wirkung ist ungewissOb der Zaun und die Schließzeiten nachhaltige Wirkung entfalten — das bleibt offen. Es gibt Befürworter für eine begleitende Strategie mit Sozialarbeit, Beratung und Hilfsangeboten. Gleichzeitig bleibt schlichtweg das Argument der Problem-Verlagerung bestehen. Es bleibt offen, wie konsequent Sicherheits- und Sozialpolitik hier zusammenarbeiten, um sowohl Ursache, als auch die gegenwärtige Ist-Situation in den Griff zu bekommen.
Unsere Fragen an Euch:- Sollten Städte öffentliche Parks nachts generell schließen dürfen?
- Sollte kommunale Sicherheit stärker durch Polizei oder durch Sozialarbeit geprägt sein?
- Sollten Städte stärker in Hilfsangebote für Menschen mit Drogenproblemen investieren?
Wir freuen uns auf Eure Antworten und wünschen Euch einen guten Start in die Woche!
Viele Grüße
Euer gutefrage Team
152 Stimmen
55 Antworten
Das ist halt ne Verschiebung des Problems.
Danke, dass Du bei der Meinung des Tages teilgenommen hast :)
Das einzige Problem, das sich damit lösen lässt, ist dass speziell an diesem Ort Dinge vorgehen, die man dort nicht haben möchte. Alle damit verbundenen sozialen, rechtlichen, gesellschaftlichen Probleme würden einfach verdrängt. Wortwörtlich. Aus den Augen, aus dem Sinn... Als gäbe es dann keine Menschen mit Problemen oder Kriminellen mehr.
Der Park wird doch für Familien nicht sicherer, wenn dieser nachts geschlossen wird. Die wenigsten Familien machen nachts einen Ausflug in den Park.
Auf der anderen Seite wird die Kriminalität nicht eingedämmt. Die Drogendealer sagen sicher nicht: „Oh, der Park ist geschlossen. Wir können leider keine Drogen mehr verkaufen. Dann such ich mir morgen einen anderen Job.“
Wenn die Familien nicht dort sind, kann auch zugemacht werden. Das ergibt weniger Müll und Sachbeschädigung. Man muss ihn nicht für Kriminelle öffnen.
Alternativ müsste man ihn flächendeckend beleuchten und mit Kameras überwachen.
Schließen wäre (ähnlich Messerverbotszonen) ein mal wieder ein Fall von hilfloser Symbolpolitik, der die gesetzestreue Allgemeinheit in Sippenhaft für wenige Deppen nimmt.
Das Problem geht von genau beschreibbaren Tätergruppen aus. Im Falle Görlitzer Park den Drogenhändlern und deren Kundschaft, die - weil sie unter erheblichem Konsumdruck stehen, aber kein Geld haben - zu Beschaffungskriminalität neigen.
Hier müssten die Maßnahmen ansetzen. Statt Schließung massive Polizeipräsenz 24/7 und ein glaubwürdig demonstrierter Kontrolldruck, der den Park selbst nachts um halb drei zu einem sicheren Ort macht, aber genau das, gezielte polizeiliche Adressierung der Problemgruppen, ist in Berlin politisch nicht erwünscht.
Das wird im links-roten Berlin aber nicht passieren. Die Dealer wissen genau, dass sie bei einer evtl. Kontrolle nur "Rassismus" rufen müssen und schon hat der Beamten ein Verfahren an der Backe...😒
Ich bin auch der Meinung, dass die Vorgehendweise keine Probleme löst und sich das Ganze dann woanders hin verlagert.
Herzlichen Dank, dass Du Deine Sicht der Dinge mit uns teilst.