Eine Sucht entsteht dadurch, dass durch bestimmte Substanzen oder Verhaltensweisen (wie Glücksspielen oder Pornos schauen) eine große Menge des Glückshormons Dopamin ausgeschüttet wird. Dopamin wird z.B. auch beim Sex ausgeschüttet und macht ein angenehmes, aufgeregtes Glücksgefühl, das man immer wieder haben möchte. Beim Glücksspiel ist es unabhängig vom Ausgang des Spiels, weil es nämlich in dem Moment ausgeschüttet wird, in dem die Spannung am größten ist - beim Automatenspiel also z.B. kurz bevor man sieht, ob man das erhoffte Bild hat oder nicht. Damit immer wieder dieselbe Dopamindosis freigesetzt wird, braucht man im Laufe der Zeit ein immer größeres Risiko, also muss man mit immer höheren Beträgen spielen. Dadurch kommt man in immer größere finanzielle Schwierigkeiten, und es beginnt eine Aufholjagd, bei der man verzweifelt versucht, das verlorenes Geld zurückzugewinnen. So rutscht man immer tiefer in die Abhängigkeit.
Beim Lesen gibt es diese Dopaminausschüttung leider nicht, und so kann es sich anfangs fad anfühlen. Man kann das vergleichen mit einem Kind, das immer völlig übersüße Kinderjoghurts gegessen hat. Wenn es auf einmal nur noch leicht gesüßtes Naturjoghurt bekommt, wird ihm das am Anfang vermutlich erstmal nicht schmecken. Aber langfristig gewöhnt es sich daran, und irgendwann wird es ihm vermutlich auch schmecken. Genauso können sich, wenn man mit dem Spielen aufhört, anfangs alternative Hobbys erstmal fad und unbefriedigend anfühlen. Das ist eine schwierige Zeit, aber es lohnt sich durchzuhalten! Wenn es mit dem Lesen noch nicht so gut funktioniert, kann auch Sport eine gute Alternative sein.
Es ist oft hilfreich, auf diesem Weg professionelle Unterstützung zu haben. Du kannst mir gerne eine PN schreiben oder in dem Beratungsportal DigiSucht unter https://app.suchtberatung.digital/beratung/registration?aid=8069 Kontakt zu mir aufnehmen. Spezialisierte Beratungsstellen vor Ort findest du unter buwei.de.