Meinung des Tages: Frieden in greifbarer Nähe? Wie bewertet Ihr den Gaza-Deal?
(Bild mit KI erstellt)
Gaza-Abkommen und geplantes Ende des Krieges
Die israelische Regierung hat einem von den USA vermittelten Friedensplan zur Beendigung des Gaza-Kriegs zugestimmt. Das Abkommen umfasst die Freilassung aller 48 israelischen Geiseln – lebend oder tot – im Austausch gegen rund 2.000 palästinensische Häftlinge. Die Hamas erklärte den Krieg im Gazastreifen für beendet und verwies auf internationale Garantien für ein dauerhaftes Ende der Kämpfe. Die Waffenruhe soll 24 Stunden nach der Kabinettsbilligung in Kraft treten; binnen 72 Stunden danach sollen die Geiseln freigelassen werden.
Trotz Widerstands einiger rechtsextremer israelischer Minister wird das Abkommen als entscheidender Schritt hin zu einem möglichen Frieden gesehen.
Internationale Reaktionen auf das Abkommen
US-Präsident Donald Trump kündigte an, in den Nahen Osten zu reisen, um den Friedensprozess zu begleiten, während Israels Premier Netanjahu den US-Vermittlern Steve Witkoff und Jared Kushner für ihren Einsatz dankte. Bundeskanzler Friedrich Merz forderte eine rasche Umsetzung des Abkommens, humanitäre Hilfe für Gaza und eine Entwaffnung der Hamas. Deutschland stellt dafür zusätzliche 29 Millionen Euro bereit.
Palästinenserpräsident Mahmud Abbas sprach von einem „historischen Moment“ und äußerte die Hoffnung auf einen dauerhaften Frieden und Stabilität in der Region.
Rolle der internationalen Sicherheitskräfte
Zur Überwachung der Waffenruhe wollen die USA 200 Soldaten entsenden, die gemeinsam mit Kräften aus Ägypten, Katar, der Türkei und den Vereinigten Arabischen Emiraten eine internationale Stabilisierungstruppe bilden sollen. Diese Soldaten werden nicht im Gazastreifen selbst stationiert, sondern sollen von außerhalb die Einhaltung der Waffenruhe koordinieren. Geplant ist ein gemeinsames Kontrollzentrum, das sich mit israelischen Truppen abstimmt, um Konflikte zu vermeiden.
In einer zweiten Phase des Friedensplans ist ein vollständiger Rückzug der israelischen Armee aus Gaza vorgesehen, sobald die internationale Truppe die Sicherheit gewährleistet.
Unsere Fragen an Euch:
- Wie bewertet Ihr den Gaza-Deal?
- Denkt Ihr, dass der Deal dauerhaften Frieden in die Region bringen könnte?
- Inwieweit sollte sich Deutschland Eurer Meinung nach in der Region engagieren?
- Wäre Präsident Trump angesichts seines Engagements ein passender Kandidat für den Friedensnobelpreis?
Wir freuen uns auf Eure Beiträge.
Viele Grüße
Euer gutefrage Team
85 Stimmen
29 Antworten
Hab ich hier gestern in meinen Beitrag geschrieben:
Binnen 72 Stunden muss die Hamas jetzt alle Geiseln frei lassen und Israel muss im Gegenzug Palästinensische Häftlinge frei lassen. Israel muss sich außerdem aus Teilen Gazas zurückziehen, hinter eine vereinbarte Linie, die der Öffentlichkeit noch nicht bekannt gegeben ist.
Das die Hamas zustimmt, hat meines Erachtens erstmal nichts zu bedeuten. Die Hamas steht durch die IDF gewaltig unter Druck und braucht eine Verschnaufpause. Die Geiseln haben längst nur noch eine symbolische Bedeutung.
Das ganze ist kein Durchbruch, sondern darf mehr als Waffenstillstand gesehen werden, statt als dauerhafter, stabiler Frieden. Die Lage entspannt sich lediglich. Langfristiger Frieden entsteht dadurch nicht und ich erachte es als Desinformation, die gerade von allen Möglichkeiten Seiten aus postuliert wird, um einen angeblichen Durchbruch zu suggerieren.
Der gesamte Nahostkonflikt, der Hass, die beidseitig zu beklagenden Toten, die Besatzungs - und Siedlungspolitik, der Status von Ostjerusalem uvm. sind noch nicht gelöst / geklärt.
Im Klartext, um allen den Zahn zu ziehen, die gerade einen angeblichen Frieden feiern: Der Konflikt ist nicht gelöst. Das was ihn ausgelöst hat, ist nach wie vor nicht geklärt und beigelegt.
Der radikale, fundamentale Islam ist zudem weiter auf dem Vormarsch. Terrororganisationen wie die Hamas, bekommen nach wie vor Unterstützung durch den Iran und auch durch Qatar. -Auch wenn letzteres heucheln, als Vermittler agieren zu können. Das "können" sie nur deshalb, weil sie selbst ein Teil dieses Terrornetzwerkes sind und die Hamas durch Qatar vielschichtig unterstützt wird.
Gerade kurz vor der Friedensnobelpreisverleihung stinkt das für mich nach einem schmutzigen PR-Deal, den Trump eingefädelt haben dürfte.
Zu postulieren, dass es jetzt einen langanhaltenden Frieden gibt und das ganze als Lösung für den Nahostkonflikt zu sehen, ist entweder vorsätzlich desinformativ. Oder es macht grundlegende, fehlende Kompetenzen bei denjenigen offensichtlich, die wirklich daran glauben.
Der "Frieden" zwischen Israel und Palästina ist nur Show und heiße Luft (Politik, Deutschland, Geschichte) - gutefrage https://www.gutefrage.net/diskussion/der-frieden-zwischen-israel-und-palaestina-ist-nur-show-und-heisse-luft
Denkt Ihr, dass der Deal dauerhaften Frieden in die Region bringen könnte?
Das halte ich für unrealistisch, der Hass sitzt tief. 🙁 Wünschenswert wäre es, aber schon ein kurzfristiger Frieden wäre ein Gewinn.
Inwieweit sollte sich Deutschland Eurer Meinung nach in der Region engagieren?
Ich sehe hier Deutschland nicht in der Verantwortung.
Es ist jetzt erstmal Waffenstillstand und die restlichen Geiseln kommen frei - das ist doch etwas Gutes. Man darf auch durchaus Hoffnung haben, dass dieser auch eine Zeitlang anhält. Aber langfristigen Frieden, zwischen Israelis und den Palästinensern, wird es dadurch nicht geben. Ich befürchte sogar das Gegenteil. In 10 Jahren, wenn die Kinder die jetzt 2 Jahre Krieg in Gaza erlebt haben groß sind, wird es noch mehr Hass und mehr Terrorismus geben. Und die rechtsextremen Kräfte in Israel, werden auch keine Ruhe geben, bis Westjordanland und Gaza in israelischer Hand sind. Frieden im Nahen Osten wird auch in den nächsten Jahrzehnten nur eine Illusion bleiben. Da sollte man sich nichts vormachen.
"die rechtsextremen Kräfte in Israel, werden auch keine Ruhe geben,"
Dass die Palästinenser seit 50 Jahren die Welt mit Terror überziehen, hast Du "übersehen"? Wer gibt also keine Ruhe? Wer hat Israel schon mehrfach überfallen?
Dar du meine Antwort entweder nicht richtig gelesen oder verstanden hast, hier noch mal die Stelle vor deiner zitierten Passage:
Ich befürchte sogar das Gegenteil. In 10 Jahren, wenn die Kinder die jetzt 2 Jahre Krieg in Gaza erlebt haben groß sind, wird es noch mehr Hass und mehr Terrorismus geben.
Ich bewerte den Deal zwar grundsätzlich als positiv, da Entspannung immer gut ist, und die Zivilbevölkerung in Gaza endlich die Hilfe bekommen muss, die sie verzweifelt braucht.
Aber ich hätte es bei Weitem besser gefunden, wenn die Palästinenser in den riesigen Weiten der islamischen Nachbarstaaten Aufnahme und eine neue Zukunft gefunden hätten - und die Juden ihr winziges Land endlich vollständig gehabt hätten.
Das Ganze ist nämlich ein zutiefst religiöser/spiritueller Konflikt, und solange sich Juden und Moslems das winzige Land Israel teilen müssen, wird es niemals dauerhaften Frieden geben.
Die Bibel sagt, dass dieser Konflikt einst in seiner Gänze für die Juden entschieden werden wird. Aber bis dahin wird es noch massivste Probleme geben. Schade, dass die Moslems der gigantischen Nachbarstaaten die verhältnismäßig winzige Zahl ihrer eigenen Glaubensbrüder nicht aufnehmen wollten - wo sie doch immer so fanatisch und solidarisch tun. Auch fast die ganze humanitäre Hilfe für Gaza kommt natürlich wieder vom christlichen Westen. Smh.
: )
Und wofür steht "Juden"? Für eine matrilineare Erbfolge? Jude ist, dessen Mutter Jude ist? Was heißt das für Nichtjuden?
Wozu Christ sein, wenn man sowieso Nichtjude bleibt? Oder sind Christen Juden?
Frieden in greifbarer Nähe – oder nur eine politische Illusion?
Das Abkommen zwischen Israel, den USA und palästinensischen Vertretern klingt auf dem Papier wie ein Schritt in Richtung Entspannung – Geiselfreilassungen, Waffenruhe, humanitäre Hilfe, internationale Beobachter.
Doch wer die Dynamik des Nahostkonflikts kennt, weiß: Frieden in dieser Region scheitert selten an fehlenden Verträgen, sondern an gegenseitigem Misstrauen, politischem Kalkül und ideologischen Gräben, die über Jahrzehnte gewachsen sind.
1. Kurzfristige Wirkung:
Ja, die Waffenruhe kann Leben retten und ermöglicht humanitäre Korridore. Das ist realer, greifbarer Fortschritt. Solche Pausen sind notwendig, um Zivilisten zu schützen und die Lage zu stabilisieren.
2. Langfristige Realität:
Ein dauerhafter Frieden entsteht jedoch nur, wenn beide Seiten ihre Narrative – also die Geschichten, die sie sich über den Feind erzählen – verändern.
Solange „Sicherheit“ auf israelischer Seite und „Befreiung“ auf palästinensischer Seite nicht in eine gemeinsame Vision überführt werden, bleibt jedes Abkommen ein taktisches Manöver.
3. Internationale Dimension:
Die USA agieren nicht uneigennützig. Sie stabilisieren eine Region, die energiepolitisch und strategisch relevant bleibt. Trumps Engagement ist daher weniger Friedensidealismus als geopolitische Positionierung.
Europa – vor allem Deutschland – sollte hier eine vermittelnde Rolle mit moralischem Rückgrat einnehmen, statt nur auf diplomatische Routine zu setzen.
4. Die moralische Frage:
Frieden ist kein Vertrag, sondern eine Entscheidung.
Ein Abkommen kann Waffen zum Schweigen bringen, aber nicht den Hass. Erst wenn das menschliche Leid auf beiden Seiten gleichwertig anerkannt wird – nicht relativiert, nicht benutzt –, entsteht echter Fortschritt.
Fazit:
Der Gaza-Deal ist ein politischer Atemzug, kein Durchbruch. Er kann Hoffnung spenden, wenn er als Beginn eines mentalen Wandels verstanden wird – nicht als Abschluss einer Krise.
Ob daraus echter Frieden entsteht, hängt weniger von Regierungen ab, sondern davon, ob Menschen beider Seiten eines Tages bereit sind, den Schmerz des anderen als real und legitim zu begreifen.
Zeitlich ist der Deal viel zu spät, um irgendeinen Einfluss auf die Nobelpreise zu haben. Hier würde ich keine zeitliche Nähe sehen. Zudem ist es alles andere als verwerflich nach einen Friedensnobelpreis zu streben. Und wenn hieraus ein langfristiger Frieden entsteht, dann hätte er es definitiv verdient in die nähere Auswahl zu kommen. Den Zeitrahmen hierfür würde ich mindestens auf 5 Jahre setzten, vielleicht eher 10.
Auch Deutschland ist beteiligt an einem relativ großen Anteil an den Hilfsgelder nach Gaza. Diese kommen zumindest indirekt auch der Hamas zugute. Darüber hinaus gab es auch einige und nicht kleine Demonstration für eine "Freies Palästina", wobei wohl fast nie die Entmachtung der Hamas und teilweise sogar die Vernichtung Israels gemeint wurde. Auch hiervon profitiert vor allem die Hamas. Die Bevölkerung in Gaza guckt so in die Röhre: Durch die Indoktrinierung bleibt sie Spielball einer Terrororganisation und letztendlich ein Doppeltes Opfer in diesen Krieg: Menschliches Leid des Krieges und Ausgebeutet für die Machtinteressen der Hamas.
Deutschland und auch Teile der deutschen Bevölkerung sind ebenfalls Unterstützer und nicht wirklich hilfreich für einen langfristigen Frieden. Und offensichtlich haben wir nicht verstanden, dass wir letztendlich radikal Extremisten durch unsere Unterstützung in Machtpositionen halten.