Ich habe jemandem geschildert, dass ich mich in einem gerichtlichen Verfahren befinde, dessen Ausgang existenzielle Folgen haben kann – etwa die Möglichkeit, Deutschland verlassen zu müssen. Diese Ungewissheit besteht bereits seit Jahren.
Trotzdem führe ich parallel ein weitgehend normales Leben: Ich sichere meine Existenz, studiere und unternehme gelegentlich kurzfristige Ausflüge.
Die Reaktion darauf war: „Das Leben ist kein Ponyhof.“
Das empfand ich als etwas belastend. Zwar ist meine Situation durch die Unsicherheit psychisch fordernd, zugleich wurde mir gesagt, dass auch Menschen mit einem scheinbar normalen Leben mit erheblichen Problemen im Alltag zu kämpfen haben.
Als Beispiel wurde ein Anwalt genannt:
Er arbeitet wöchentlich rund 45 Stunden, um seine Kanzlei zu führen, ist mit nervenaufreibenden Gerichtsverfahren, schwierigen Mandanten, Konflikten, Abrechnungen und organisatorischen Problemen konfrontiert.
Hinzu kommen private Belastungen:
Zu Hause warten Kinder mit eigenen Sorgen, ein krankes Kind oder Konflikte in der Ehe. Mögliche Trennung etc
Diese Belastung kann mehr Gewicht als deine Unsicherheit haben.