Meinung des Tages: Dobrindt schlägt eine Doppelstunde, innerhalb eines Schuljahres, für Katastrophenschutz an Schulen vor - was haltet Ihr davon?
(Bild mit KI erstellt)
Katastrophen gehören längst zum Alltag: Überschwemmungen, Stromausfälle, Cyberangriffe. Jetzt will Bundesinnenminister Alexander Dobrindt, dass ältere Schülerinnen und Schüler verpflichtend eine Doppelstunde Katastrophenschutz bekommen – nicht als trockene Theorie, sondern als Teil der allgemeinen Krisenvorsorge. Doch ist Schule der richtige Ort dafür?
Das schlägt Dobrindt vorInnenminister Alexander Dobrindt hat vorgeschlagen, dass Jugendliche in der Schule eine Doppelstunde zum Thema Krisenvorsorge bekommen.
Er will damit erreichen, dass Schülerinnen und Schüler nicht nur passiv informiert werden, sondern aktiv wissen, wie man sich im Notfall verhält – etwa bei Stromausfall, Hochwasser oder Warnlage. Gleichzeitig kündigt er an, bis 2029 insgesamt etwa zehn Milliarden Euro in den Bevölkerungsschutz zu investieren.
Was dafür und dagegen sprichtEin verpflichtender Unterrichtsblock kann Bewusstsein schaffen, Selbstschutz-Kompetenzen vermitteln und im Notfall Leben retten. In manchen Bundesländern gibt es bereits erste Materialien für Schulen.
Kritiker fragen, ob die Zeit im vollen Stundenplan vorhanden ist, ob Schulen und Lehrkräfte damit überfordert sind und ob eine einmalige Stunde wirklich Wirkung zeigt. Auch die Finanzierung und Umsetzung werden als Herausforderung gesehen. Auch von konkurrierenden Parteien wird der Vorschlag teils kritisiert.
Ob Schüler nun künftig regelmäßig lernen, wie sie sich in Katastrophenlagen verhalten sollen – das hängt nicht nur vom Willen der Politik ab, sondern auch von Schulträgern, Lehrplänen und Ressourcen.
Unsere Fragen an Euch:
- Wie steht Ihr zum Katastrophenschutz im Unterricht?
- Welche Themen sollten priorisiert werden?
- Ab welchem Alter sollte dies eingeführt werden?
202 Stimmen
53 Antworten
Die Idee ist nicht schlecht, es sollte aber vorher sichergestellt werden, dass daraus weder Panikmache noch Aktionismus noch Verharmlosung wird.
Punkt 1:
Der Bund hat im Bereich Katastrophenschutz nichts zu sagen. Der Katastrophenschutz ist Sache der Länder. Allerdings hat der Bund im Bereich Zivilschutz etwas zu sagen.
Punkt 2:
Baden-Württemberg hat vor einigen Jahren den Katastrophenschutztag an Schule eingeführt. In der sechsten Klassen wird ein Tag dem Katastrophenschutztag gewidmet. Die Katastrophenschutzhelfer im Landkreis Tübingen haben für ihr Konzept letztes Jahr auf Bundesebene einen Preis gewonnen und diesen dieses Jahr dem Innenminister überreicht.
Die im KatSchutz beteiligten Organisationen haben eine Präsentation und ein modulares Konzept entwickelt, wie man Schüler theoretisch und mit praktischen Übungen auf Katastrophen vorbereiten kann. Die kann unabhängig von den mitwirkenden Organisationen durchgeführt und beleuchtet alle Bereiche einer Katastrophe bzw. des Katastrophenschutzes.
Schulrecht ist Ländersache. Da hat ein BUNDESminister keine Zuständigkeit.
Offengestanden erinnert mich das ein wenig in meine, fern zurück liegende, Schulzeit als Umweltschutz auf einmal populär geworden war. Das war Mitte der 70er-Jahre.
Von Biologie wurde eine Stunde abgeknapst und wir konnten lustige Ideen entwickeln wie etwa Umweltschutz durch Zweitverwendung von Klopapierrollen als Blumenhalter im Auto.
Das würde beim Katastrophenschutz genau so zu mehr oder minder unsinnigen Ergebnissen führen. Eben, weil es DIE Katastrophe nun einmal nicht gibt und auch niemand weiß, auf welche Ideen unsere Behörden dann kommen.
Statt den Unterricht mit solchen Dingen zu belasten sollte man die vorhandenen Fächer qualitativ und quantitativ besser ausgestalten.
Vielen Dank, dass Du Deine Erfahrungen diesbezüglich mit uns geteilt hast!
Hi,
Absolut sinnvoll, dann aber nur 1x eine Doppelstunde und von einem Profi an alle Schüler in der Aula oder Turnhhalle.
Das Lehren im Klassenraum zu überlassen fände ich falsch.
Dann könnten die Schülern ihren Eltern bei Hochwasser sagen, dass sie nicht in den Keller gehen dürfen, weil die da ersaufen oder einen Stromschlag bekommen....
Super Idee - danke, dass Du Dich beim Thema beteiligst hast!
es längst überfällig ist. Ein Land kann nicht außenpolitisch auftreten wie Deutschland und dann aber nicht ins Militär oder den Zivilschutz investieren.
Andere Länder machen das schon längst. In Deutschland spricht man nur keinen Klartext. Es geht nicht um Naturkatastrophen, es geht um den Kriegsfall.
Zuletzt hat man auch die Broshüre des BBKs aktualisiert. Das war dringend nötig, aber auch dort hält man sich zurück.
Wir hätten nach der Entscheidung die Ukraine im Krieg zu unterstützen sofort Maßnahmen einleiten müssen. Oder einfach neutral bleiben. Der grüne Weg, Waffen liefern und dominante Außenpolitik, bei völligen Verzicht auf Zivilschutz, wird uns noch teuer zu stehen kommen.