Meinung des Tages: Wie bewertet Ihr die Bargeld-Obergrenze von 10.000 Euro?
(Bild mit KI erstellt)
Während viele von Euch im Alltag bereits fast alles mit Karte oder Smartphone bezahlen, rüttelt eine neue EU-Regelung nun an einem der emotionalsten Schätze der Deutschen: dem unbegrenzten Zahlen mit Scheinen und Münzen.
Riegel gegen GeldwäscheDie Einführung einer EU-weiten Obergrenze für Barzahlungen von 10.000 Euro ist kein plötzlicher Einfall, sondern das Ergebnis langer Verhandlungen zur Bekämpfung von Finanzkriminalität. Experten der Sicherheitsbehörden betonen, dass gerade im Immobilienmarkt oder beim Handel mit Luxusgütern anonyme Geldströme die Geldwäsche und Terrorfinanzierung massiv erleichtern. Durch die neue Deckelung wird die Nachverfolgbarkeit großer Transaktionen sichergestellt, was den Ermittlungsbehörden entscheidende Werkzeuge im Kampf gegen die organisierte Kriminalität an die Hand gibt.
Schutz der PrivatsphäreKritiker sehen in diesem Schritt jedoch einen weiteren Abbau der persönlichen Freiheit und befürchten langfristig das Ende des Bargelds. Das zentrale Argument lautet: Barzahlung ist gelebter Datenschutz, da sie keine digitalen Spuren hinterlässt und so den „gläsernen Bürger“ verhindert. Viele Menschen sorgen sich, dass eine Grenze bei 10.000 Euro nur ein Zwischenschritt ist und die Schwelle in Zukunft immer weiter gesenkt wird, bis der Staat jede private Transaktion lückenlos überwachen kann.
Sicherheit versus FreiheitIn der Praxis dürfte die Grenze die meisten Bürger im täglichen Leben kaum einschränken, da Summen über 10.000 Euro selten bar an der Ladenkasse beglichen werden. Dennoch bleibt es eine tiefgreifende Grundsatzfrage, ob man für ein Plus an Sicherheit bereit ist, auf ein Stück anonyme finanzielle Souveränität zu verzichten. Es stellt sich die Frage, ob der Schutz vor Kriminalität hier schwerer wiegt als das individuelle Freiheitsgefühl, das viele traditionell mit dem physischen Geldbeutel verbinden.
Unsere Fragen an Euch:- Wie bewertet Ihr die Bargeld-Obergrenze von 10.000 Euro?
- Glaubt Ihr, dass das Bargeld langfristig ganz abgeschafft wird?
- Wo liegt Eure persönliche Schmerzgrenze für Barzahlungen?
Wir freuen uns auf Eure Antworten!
Viele Grüße
Euer gutefrage Team
272 Stimmen
49 Antworten
Das selbst ist für die meisten Deutschen keine Einschränkung der Privatssphäre weil das bei den meistne wohl eher nur beim Gebrauchtwagenkauf oder so vorkommt. Problematisch wirds aber auch für Alte Leute die Bargeld horten bzw altlasten die ggbf. schwer nachzuweißen sind. + Kriminelle haben eh wege drum rum - die müssen halt nur wieder einen Schritt extra machen.
Mein Problem hier ist hauptsächlich, bleibt es dann bei den 10.000euro? Oder geht das dann mit der Zeit runter wie z.b. in Frankreich auf 1000euro? Oder wie in Griechenland auf 500euro? Irgendwann betriffts dann halt mehr Menschen negativ als des positive Aspekte mitsich bringt.
Letzten Endes ist die Bargeldabschaffung das Ziel - das ist ja nun kein Geheimniss - und das ist halt ein Schritt in diese Richtung - dementsprechend die Kritik.
Das wäre in Deutschland ein Graus. Man muss auch immer bedenken wieviele Leute legal Bargeld daheim haben in rauen Mengen gerade in den Älteren Generationen, da dürfte die nachweißbarkeit auch schwer werden obwohl es eigentlich alles legal ist. Oder können die Kriminellen dann auch alle sagen "hab ich seit 20 Jahren in der Kommode liegen"?
Fragen über Fragen.
Diese Entwicklung ist schlecht, weil es noch nie in der Geschichte des Bargelds eine Auflockerung gegeben hatte. Jede Einschränkung bleibt bestehen, oder wird erhöht.
Es gibt bisher keine Alternative zu Bargeld, denn alles andere kann man leicht manipulieren oder ist von Strom abhängig.
Und in welchem Supermarkt oder größerem Fachgeschäft kann man ohne Strom überhaupt bezahlen? Soweit mir bekannt laufen die Kassen nämlich mit Strom.
Da lob ich mir doch die alten manuellen Kassen, an denen noch gekurbelt werden musste
nur nicht bei Stromausfall, also wirst du woanders einkaufen müssen 🤷
Kryptowährungen sind hier auch ein interessantes Thema. Diese sind teilweise zwar schwer zu manipulieren, haben aber unter Umständen einen extrem hohen Stromverbrauch.
Dann ergibt dein letzter Satz null Sinn, weil ohne Strom nimmt auch niemand in genannten Geschäften Bargeld, da niemand mehr die Preise kennt und die Kassen eben nicht funktionieren.
Niemand kennt mehr die Preise? Interessant.
Hast du Deutschland jemals besucht? Es existiert kein Laden in dem nicht alle Preise ausgeschildert sind. Jeder Kunde kennt die Preise aber die Mitarbeiter, welche die ganzen Schilder drucken und verteilen haben keine Ahnung sobald der Strom ausfällt? 👍
Du zeigst mir, dass die Mitarbeiter in einem Rewe von jedem Produkt den Preis auswendig kennen...
Oder wenn es mit der Technik Probleme gibt und man gar nicht mit Karte zahlen kann, da muss man Bar zahlen. Gab es ja im Mai 2022 das man in mehreren Geschäfte mehrere Tagelang keine Barzahlung ging und diese Woche hatte ich das bei Action und ende letzten Jahres auch beim Netto das man nicht mit Karte zahlen konnte.
Geldwäsche basiert hauptsächlich auf dem Schema, dass man Dienstleistungen verrechnet, die nie geleistet wurden.
Ein Drogendealer hat bspw. seine Kunden, welche eben von ihm Drogen kaufen.
Wenn es kein Bargeld mehr gibt, muss der Dealer einen Weg finden, sodass er im Austausch für die Drogen, das Geld erhält, aber ansonsten nichts Weiteres leisten muss.
Betreibt er bspw. ein Bordell, dann können seine Kunden dort bezahlen, sich eine Quittung geben lassen und mit der Quittung zum Dealer gehen, und die Quittung gegen die Drogen tauschen.
Ist der Dealer in einer Gang, so hat er den Vorteil, dass er in einem Kreis ist, wo er durch seine Genossen mehr Möglichkeiten hat, Geld zu waschen.
Der eine hat ein Tattoo-Studio, der andere eine Bar, der nächste eine Werkstatt und der vierte einen Lieferdienst usw.
Auch wenn es der Fall ist, dass der Staat nur eine einzige Girokarte erlaubt und alle bei derselben Bank sind, dann ist es lediglich der Fall, dass die Kriminellen einen Staat im Staat entstehen lassen werden.
Sprich, der Drogen-Junkie wird alle seine Erledigungen in den Geschäften der Dealer erledigen.
Wobei, selbst die Karten umgangen werden können, weil der letzte logische Schritt darin besteht, dass die Drogendealer ihr eigenes Geld kreieren werden.
Eine Quittung belegt lediglich, dass man der rechtmäßige Besitzer von etwas ist.
Geld belegt dagegen, dass man die Fähigkeit hat, Güter usw. zu erwerben.
Ob man nun die Pfund, den Euro oder den Julia-Dollar nutzt, ist gleichgültig, da alle von ihnen die selbe Fähigkeit haben können, nämlich ein Tauschmittel zu sein.
Einst gab es die Deutsche Mark und es war nicht Zauberei, welche dafür sorgte, dass man sie nicht mehr nutzen kann, sondern eine von Menschen veranlasste Regelung.
Wenn also Menschen die Fähigkeit haben, Regelungen zu erstellen, dann haben sie auch die Fähigkeit, ihr eigenes Geld zu nutzen.
Allein schon wenn man das erschwert reicht das meist aus, um den kleindrogenhandel deutlich einzuschränken. Einer der größten Gründe für so viele drogenkäufe ist nun mal, dass es so einfach und niedrigschwellig ist.
Allerdings spricht man da nicht von 10.000 €, sondern eher von 10-100 €. Und da bringen solche Einschränkungen ganz andere Probleme mit sich.
Großdiele interessieren sich dafür natürlich herzlich wenig.
Lustig, dass die EU sich "die Kriminellen" vornimmt, und künftig alle Menschen kriminalisieren möchte, die sich anonym wohler fühlen. 10.000 Euro kann sogar bei nem Gebrauchtwagenkauf von Hand zu Hand gehen, der Betrag ist lächerlich niedrig. Anonyme Parteispenden will hingegen niemand der ehrenwerten Herrschaften erschweren.
Das sollte die Gesellschaft nicht mit sich machen lassen.
Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen dass sich, sagen wir mal die Drogenmafia oder illegale Waffenhändler, davon beeindrucken lassen werden. Das trifft doch wieder mehr die Bürger als die, die damit - angeblich - gemeint sind.
bei 500 euro wie sollte man das stemmen. Die Kontrollen laufen automatisch aber auch viel noch individuell.