Hallo zusammen,
ich bräuchte eure Einschätzung zu einem Kauf über Kleinanzeigen, bei dem ich mir inzwischen ziemlich unsicher bin.
Sachverhalt:
Ich habe mit mehreren Accounts (Mama, Papa, Bruder, Schwester) mit derselben verkaufenden Person Kontakt aufgenommen – jeweils zu unterschiedlichen Artikeln.
Ein für mich einmaliger Hauptartikel (2 Teile), den ich unbedingt haben will, lag bei 250 €.
Über alle Accounts hinweg:
- sehr ähnliche Antworten
- gleiche Reaktionszeiten
- insgesamt eher unprofessionelle Kommunikation
Das war für mich zunächst kein großes Problem, da ich die Ware nicht zeitlich dringend benötigt habe.
Der Verkäufer bot an:
- Abholung (Adresse + Handynummer wurden geschickt)
- Überweisung (keine Echtzeitüberweisung verlangt)
- „Sicher kaufen“ wollte er nicht einrichten
Am 28.12. habe ich den Betrag per Überweisung bezahlt.
Seitdem schrieb er nur : „Ware ist versendet, ohne Sendungsnummer“
Weitere Recherche / Auffälligkeiten:
Über Schwesters-Account wurde Interesse an einem weiteren Artikel (25 €) vorgetäuscht, angeblich zur Abholung.
Auch hier:
- Adresse + Handynummer erhalten
- Recherche ergab: Reihenhaus, außerdem ist eine Festnetznummer auffindbar
Da die Ware weiterhin nicht ankam, habe ich den Verkäufer am Samstag (10.01.26) über das Festnetz angerufen und ihn direkt konfrontiert.
Er:
- fragte nicht, woher ich die Nummer habe
- nennte mir innerhalb von ca. 20 Sekunden Hermes-Sendungsnummern, die meine Adresse korrekt enthalten
ABER:
- Online-Sendungsstatus: nur „elektronisch angekündigt“, kein Einlieferungsnachweis
Darauf angesprochen sagte er:
- er habe das Paket bei einer Esso-Tankstelle in der … Straße abgegeben
Ich entgegnete, dass es keine digitale Einlieferungsbestätigung gibt.
Er meinte, er kümmere sich darum und gehe dort nochmals vorbei.
Weiterer Verlauf:
Am Montag (12.01.26) habe ich ihn erneut angerufen.
Er sagte:
- er sei dort gewesen
- habe seine Telefonnummer hinterlassen
- die physischen Einlieferungs-Belege leider verlegt
Er bot mir daraufhin an, das Geld zurückzuüberweisen.
Ich habe gesagt, wir warten noch bis zum nächsten Tag ab, ob er eine Rückmeldung bekommt.
Heute habe ich dann einen Arbeitskollegen gebeten, den Verkäufer ebenfalls anzuschreiben, da das Angebot immer noch aktiv war.
Antwort des Verkäufers:
➡️ Artikel sei noch zu haben, man solle bitte überweisen.
Meine Einschätzung:
Ich bin vermutlich zu gutgläubig :-( aber langsam wird das EIS sehr dünn.
Entweder:
- er hat meinen Auftrag „vercheckt“
- oder er versucht jetzt, den Artikel einfach erneut zu verkaufen, weil ich sein Verhalten kritisch hinterfragt habe
- kann auch noch sein das bei der Einlieferung der Pakete irgendwie die falschen Sendungsdaten auf die Pakete gekommen sind.
Zusatzinfo:
Die Person am Telefon ist definitiv fränkisch / Bamberger Dialekt, was auch zur angegebenen Adresse passt. Ich habe Freunde in Bamberg die reden komplett identisch.
Beim Festnetzanruf ging zwischendurch auch eine weibliche Person (vermutlich Ehefrau) ans Telefon und hat weitergereicht.
Meine Fragen an euch:
- Wie schätzt ihr das ein – Betrug oder einfach extrem unseriös?
- Wie würdet ihr jetzt weiter vorgehen?
- Anzeige bei der Polizei oder ähnliches möglich (betrügerisches handeln)
- Kleinanzeigen melden?
- Oder gibt es da irgendeine Betrugsmasche (NEU)
Danke euch fürs Lesen und für jede Einschätzung.