Ich habe im letzten Jahr mein Abitur mit Schwerpunkt Informatik abgeschlossen. Danach war ich der festen Überzeugung, mich beruflich nicht weiter in diese Richtung entwickeln zu wollen. Dennoch merke ich, dass mich dieses Themenfeld weiterhin begleitet und mein Interesse daran nicht vollständig verschwunden ist.
Seit knapp fünf Monaten arbeite ich nun in einem sehr guten Unternehmen, das unter anderem Schalter, Steckdosen und ähnliche Produkte entwickelt und herstellt. Dort absolviere ich derzeit meine Ausbildung zum Technischen Produktdesigner. Langfristig ist es mein Ziel, einmal an der Entwicklung von Fahrzeugen mitzuwirken.
In letzter Zeit stelle ich jedoch fest, dass mich die derzeitige Situation zunehmend mental fordert, insbesondere durch eine spürbare Unterforderung im Arbeitsalltag. Durch meinen informatischen Hintergrund habe ich ein starkes Interesse an einem Mechatronikstudium entwickelt. Insgesamt habe ich das Gefühl, dass diese Fachrichtung gut zu mir passt: Ich arbeite gerne praktisch, setze mich intensiv mit mechanischen Funktionsprinzipien auseinander und habe auch weiterhin Interesse an Elektrotechnik und Informatik, die über lange Zeit ein wichtiger Bestandteil meiner Freizeit waren und immer wieder präsent sind.
Als Alternative kommt für mich ein Maschinenbaustudium infrage.
Ein wichtiger Aspekt bei meiner Entscheidung ist mein aktueller Betrieb: In der Region ist das Unternehmen für hohe fachliche Anforderungen bekannt und begleitet regelmäßig Auszubildende erfolgreich bis zu sehr guten Studienabschlüssen. Zudem erlebe ich eine hohe Hilfsbereitschaft innerhalb der Entwicklungsabteilung. Die Möglichkeit eines dualen Studiums besteht daher grundsätzlich.
Gleichzeitig fällt es mir schwer, die Ausbildung vorzeitig zu beenden, da ich das Unternehmen sehr schätze. Auf der anderen Seite möchte ich eine Entscheidung treffen, die mir langfristig möglichst gute Entwicklungschancen eröffnet.
Daraus ergeben sich für mich zwei Optionen:
Option 1:
Ein duales Studium im Bereich Maschinenbau, gegebenenfalls auch Mechatronik, mit Unterstützung meines aktuellen Unternehmens.
Vorteile:
– finanzielle und zeitliche Planungssicherheit
– keine vorzeitig beendete Ausbildung im Lebenslauf
– Verbleib in einem qualitativ hochwertigen Unternehmen
– fachliche und organisatorische Unterstützung durch den Betrieb
Nachteile:
– vertragliche Bindung an das Unternehmen
– Rückzahlungspflichten bei Nichtbestehen des Studiums
– Fokus auf unternehmensspezifische Inhalte
– eingeschränkte Flexibilität bei Einblicken in andere Fachbereiche
– beruflicher Aufstieg erfolgt teilweise langsamer (laut Erfahrungsberichten)
Option 2:
Beendigung der Ausbildung und Aufnahme eines Vollzeitstudiums im Bereich Mechatronik, ergänzt durch eine Tätigkeit als Werkstudent.
Vorteile:
– klarer Fokus auf das Studium
– Möglichkeit, Erfahrungen in unterschiedlichen Unternehmen und Branchen zu sammeln
– geringere langfristige Bindung an einen einzelnen Arbeitgeber
– größere zeitliche Flexibilität
– potenziell bessere Studienergebnisse
– vergleichbare Qualifikation im Anschluss
Nachteile:
– geringere Planungssicherheit
– Wegfall der aktuellen Ausbildungsstelle
– höheres persönliches Risiko
– der Lebenslauf könnte kritischer betrachtet werden
Finanzielle Aspekte spielen für mich bei dieser Entscheidung eine untergeordnete Rolle, da beide Wege ein ähnliches Grundniveau an Einnahmen ermöglichen. Entscheidend ist für mich vielmehr, welcher Karriereweg langfristig bessere Perspektiven bietet.
Auch wenn die zweite Option auf den ersten Blick mehr Freiheiten eröffnet, bin ich mir aufgrund der unterschiedlichen Gewichtung der Faktoren noch unsicher.
Ich teile diese Überlegungen, um Erfahrungen und Perspektiven von Menschen zu hören, die sich bereits in einer ähnlichen Situation befunden haben oder sich aktuell damit auseinandersetzen. Unterschiedliche Blickwinkel könnten mir helfen, meine Entscheidung fundierter zu treffen.