Prolog: Die eine Frage zu vielAlles beginnt – natürlich – mit einer Frage auf gutefrage.net:
„Was passiert, wenn alle einfach so weitermachen wie bisher? (bitte ernst gemeinte Antworten!!)“
Die Frage bekommt:
- 3 hilfreiche Antworten
- 127 „kommt drauf an“-Antworten
- und 1 Kommentar: „Bruder, warum Capslock?“
Dann wird sie vergessen. Wie immer.
Kapitel 1: Die Klimakatastrophe aus Sicht eines ToastersWährenddessen draußen:
Die Sommer werden so heiß, dass Toaster anfangen, sich über Hitzefrei zu beschweren.
Im Jahr 2035 schreibt ein User:
„Mein Toaster wird im Sommer heiß, ohne dass ich ihn anmache. Normal?“
Beste Antwort:
„Ja, ist Klima. Hatte ich auch, einfach Fenster auf Kipp.“
Fenster auf Kipp bringt leider nichts, weil draußen 47 Grad sind. Die einzige Abkühlung: das Gefrierfach – und das ist voll mit Pizzabrötchen, „für schlechte Zeiten“.
Kapitel 2: Die große DatenflutWeil alle so weitermachen wie bisher, werden jeden Tag Millionen Fragen gestellt:
- „Ist das noch Mückenstich oder schon Tod?“
- „Wie viele Nudeln pro Person? (bitte schnell!)“
- „Bin ich verliebt oder nur hungrig?“
Server weltweit laufen heiß. Ein Informatiker irgendwo sagt:
„Wir brauchen dringend weniger Unsinn im Netz!“
Darauf direkt eine neue Frage:
„Wie löscht man das Internet? (Frage für einen Freund)“
Kapitel 3: Der Tag, an dem Google aufgab2040 passiert es:
Google legt die Maus hin und sagt: „Ich kann nicht mehr.“
Die Suchmaschine hat zu viele Anfragen bekommen wie:
- „Wie alt wird man, wenn man jeden Tag eine Capri-Sonne trinkt?“
- „Kann man von Denken Muskelkater bekommen?“
Verzweifelt wird eine neue Such-KI gestartet. Ihr erster Output:
„Frag doch einfach bei gutefrage.net.“
Damit beginnt die zweite große Flut.
Kapitel 4: Die Generation „Weiter so“Die Kids von 2045 wachsen so auf:
- Meeresspiegel steigt? → „Bruder, gratis Strand!“
- 60-Stunden-Woche? → „Hauptsache Hustle!“
- 5 Minuten ohne Handy? → „Bin ich tot?“
Eine Lehrerin stellt im Unterricht die Frage:
„Was passiert, wenn wir einfach so weitermachen wie bisher?“
Ein Schüler: „Das wurde schon auf gutefrage gestellt, war ungelöst.“
Alle nicken. Wenn es im Internet ungelöst ist, kann es ja nicht so wichtig sein.
Kapitel 5: Die Archäologen des Internets- Nach mehreren Stromausfällen, Klimachaos und globaler „Ich-hab-kein-Bock-mehr“-Depression beschließt die Menschheit, mal aufzuräumen.
Ein Team von „Internet-Archäologen“ stößt auf alte gutefrage-Fragen.
Sie finden:
- 87 Versionen von „Wie hört man auf, alles aufzuschieben?“
- 642 Fragen zu „ab morgen fange ich richtig an“
- und exakt eine Warnung:
„Wenn wir so weitermachen wie bisher, gehen wir vor die Hunde.“
Diese Warnung hatte damals 2 Aufrufe, 0 Danke, 1 Downvote. Grund: „Zu lang, keine Absätze.“
Die Archäologen sind geschockt:
„Die wussten es.
Sie hatten recht.
Und dann… haben sie einfach weitergescrollt.“
Epilog: Die letzte AntwortUm ein Zeichen zu setzen, schreibt das Team die allerletzte gutefrage-Antwort überhaupt:
Frage: „Was passiert, wenn alle so weitermachen wie bisher?“
Antwort: „Dann liest das in 30 Jahren irgendwer und denkt sich:
‚Wow. Die hätten es echt besser wissen können.‘“
Als diese Antwort online geht, passiert etwas völlig Unerwartetes:
Jemand klickt auf „Hilfreich“.
Dann noch jemand.
Und jemand schreibt:
„Ok, und was können wir jetzt anders machen?“
Zum ersten Mal seit Jahrzehnten wird keine neue Frage gestellt.
Sondern eine Antwort gesucht, die länger hält als bis zum nächsten Scroll.
Und ganz leise, irgendwo im Hintergrund, flüstert das Internet:
„Endlich.“