🛋🌙 Feierabendfrage: Wenn du nochmal 10 wärst – was würdest du als Erstes tun?
(Bild mit KI erstellt)
Stell dir vor, du wachst morgen auf – und bist wieder 10 Jahre alt. Keine Verpflichtungen, kein Stress … nur endlose Möglichkeiten. 🍭🏃♂️
Was würdest du als Erstes tun? Noch mal heimlich Eis 🍧 zum Frühstück essen? Den ganzen Tag draußen spielen? Oder etwas ganz anderes?
Lass uns gemeinsam in Erinnerungen schwelgen – wir sind gespannt auf deine Antwort! 💬✨
67 Antworten
Vorab die Frage: Habe ich dann das "Wissen eines 10jährigen Kindes" oder blieb mir mein "Wissen aus der Erwachsenenzeit" erhalten?
Je nachdem ändert sich meine Antwort:
Als 10jähriges Kind, mit dem Wissensstand/ Erfahrungsstand den ich damals in dem Alter hatte:
- mich mit Hausaufgaben, Zusatzlernstoff, Übungsaufgaben herumschlagen. Schon wieder werden Mitschüler (oder "die Kinder von Gegenüber") an der Haustür abgewimmelt da ich noch an den Hausaufgaben sitze.
- Mich ansonsten ruhig verhalten (im Haus/ Garten)
- Evtl mal bei den Nachbarn ein paar Häuser weiter vorbeigehen. Bei gutem Wetter arbeiten sie draußen in ihrem Selbstversorger-Garten. Vielleicht fällt ja wieder etwas Kinderschokolade für mich ab.
- Eine ungefähre Richtung daheim angeben bevor ich draußen "spielen" gehe. Spontane Entscheidung ob es in Richtung Grundschule/ Kirche/ Schwimmbad geht (und dort dann eben die umliegenden Waldgebiete und Felder), oder ob es mich eher zu dem ollen Kinderspielplatz "die Straße runter" zieht. Vielleicht könnte ich am Bach hinter dem Spielplatz mal wieder einen Ministaudamm bauen aus Ästen.
- Zuhause sein sobald die Kirchenglocken soundsoviel mal läuten (falls ich meine Armbanduhr vergesse).
Falls das Erwachsenenwissen noch vorhanden ist:
- Mit meinen Eltern ernsthaft darüber sprechen welche Schulform der weiterführenden Schule ich nach dem Umzug wählen möchte.
- Versuchen, mich an die damaligen Regeln zu erinnern.... Erst fragen bevor ich an irgendwelche Vorräte oder an den Inhalt des Kühlschrankes/ Gefrierschrankes gehe... Lieber ruhig beschäftigen im Haus/ auf dem Grundstück. Nicht singen, keine "Musik" machen.
- Meine Eltern fragen ob ich einen großen Umzugskarton bekommen darf plus einige der dickeren blauen Müllsäcke, denn ich möchte meine Stofftiere gut verstauen, so das absolut nichts weg kommt. Dazu gehört aber auch meine Lieblingskuscheldecke die seit meiner Babyzeit da ist. Meinen Eltern deutlich sagen das diese Babydecke niemals niemals weggegeben werden soll weil ich sie meinen eigenen Kindern später geben möchte.
Im Großen und Ganzen also: völlig unspektakulär, ohne "Kinderstreiche" ohne Heimlichkeiten". Und von wegen "Keine Verpflichtungen, kein Stress" - das wäre Verklärung der Erinnerungen an die Vergangenheit.
Wenn ich es wäre und wüsste, wie es mir heute geht, gut drauf achten, dass mich mein Lebensweg an dieselben Stellen führt (beruflich und privat), nur sehr viel früher und nach Möglichkeit bei der Fitness aus Kindheit und Jugend bleibend und damit die Gebrechen vermeidend, die ich jetzt habe.
Also gerne früher im jetzigen Job mit den jetzigen Chefs landen. Die haben ihre Jobs schon eine Zeit, ich kam dazu und genieße, mit denen zusammen zu arbeiten und hätte gerne mehr von dieser schönen Zeit als noch möglich ist.
Ich möchte meine Pferde haben, so wie ich sie habe und hatte.
Ich möchte denselben Partner an meiner Seite haben.
Dieselben Freunde wären auch nicht verkehrt.
Ich bin gerade rundum zufrieden und noch mehr würde mich freuen, wenn ich es schon länger wäre.
Blöd nur, dass ich zwischen 20 und 25 Jahren mit dem Sport aufgehört habe und daraus ein paar gesundheitliche Probleme entstanden sind, die niemand braucht. Deshalb würde ich dieses Wissen gerne mit in meine eigene Vergangenheit nehmen und quasi eine zweite Chance bekommen, es besser zu machen.
Ich würde zuerst auf die Straße laufen (die damals noch keine Fußgängerzone war) und dann die ganze Innenstadt von Osten nach Westen abklappern . Ich würde dabei in unserer Straße in alle Geschäfte gehen und deren Besitzern Guten Tag sagen, denn ich kannte sie alle. Bei meiner Stadtbegehung würde ich einen Abstecher ins Gymnasium machen, und zwar in meine alte 5. Klasse, bei der ich mich jetzt nicht mehr an jeden einzelnen Schüler erinnere. Bei der Gelegenheit würde ich meine damalige Englischlehrerin begrüßen. Sie war damals eine sehr flotte, gut aussehende Frau mit Sportwagen, die jetzt allerdings schon tot sein dürfte. Den Rückweg würde ich mit meiner Banknachbarin und damals besten Freundin machen, die uns gegenüber wohnte. Zum Mittagessen wäre ich zu Hause und würde meine Eltern, Geschwister und Oma, die ich morgens ja nur kurz gesehen hätte, im Esszimmer versammelt vorfinden. Dort würde ich bis um 15 Uhr bleiben, mir dann mein Fahrrad schnappen und bei meiner Freundin klingeln, um mit ihr zuerst zu ihrer Oma und dann durch ein Wäldchen zu meinen anderen Großeltern zu fahren. Dort würden wir in die Erdbeeren gehen, genug für unsere Familien pflücken, Omas selbst gemachte Limo trinken, dann noch im Vorgarten Blumen pflücken und mit herrlichen bunten Sträußen wieder nach Hause radeln. Den Abend würde ich natürlich mit meiner Familie verbringen.
Ich würde es ganz genau so haben wollen, wie es tatsächlich im Jahr 2000 bei uns daheim gewesen ist, als ich zehn Jahre alt war - weil es schön gewesen ist: Morgens um 6.30-/45 Uhr heißt es aufstehen, nach dem Badgang erstmal gibt es zwei Tassen guten schokoladigen Kaba zu trinken (selber angemischt), während am Frühstückstisch die Zeitung gelesen wird und im Hintergrund das Radio läuft (bei uns liefen immer Schlager ... Flippers und so, Bernhard Brink, die Gruppe Fernando Express, was damals eben aktuell war).
https://www.youtube.com/watch?v=Sy-ddOgfg5k
https://www.youtube.com/watch?v=k4WbbhLDI-Q
https://www.youtube.com/watch?v=wDikySRo_1A
Dann geht's gegen 7.25 Uhr zu Fuß in die Schule, ich war 2000 in der dritten Klasse, hatte meine Erstkommunion und ging gern zur Grundschule. Nette Mitschüler, eine sympathische Klasse, gute Lehrer, ein schönes Schulhaus mit tollem Pausenhof - in der großen Pause hätten wir im Gebüsch gespielt und viel gelacht, dann wäre es wieder in unser schönes helles Klassenzimmer gegangen. Kurz nach 12 Uhr hätten wir dann nach Hause gehen können, ich hätte so 10-15 Minuten gebraucht, oft begleitet von Freunden, und es gibt ein gutes Mittagessen.
Nachmittags würde ich dann nach den Hausaufgaben fernsehen - Wunschbox um 14.03 Uhr in der ARD, da hat die Familie fast immer eingeschaltet, das war ein Mix aus Verbrauchermagazin und Schlagerparade, moderiert vom damals sehr populären Ingo Dubinski. Das war immer ganz schön, da war für jeden was dabei.
https://www.youtube.com/watch?v=iOVjmJfctmk
https://www.youtube.com/watch?v=NBEGUInH0qE
Später würde ich dann bei gutem Wetter (davon gehe ich jetzt aus) rüber zu meinen Freunden gehen, die in der Nachbarschaft wohnen. Wir würden draußen etwas spielen, über die Schule reden und über unsere Träume und Wünsche und über Fußball so wie man es halt mit zehn Jahren macht, lachen, vielleicht Fahrrad fahren, vielleicht auch nicht, einer würde vielleicht seine Siku-Autos zum Spielen holen. Es war immer schön. Ich war in der Zeit immer entspannt und zufrieden.
Gegen 17.30 Uhr spätestens (eher 16.30-45 Uhr) geht es dann rein ohne gerufen zu werden. Unser 1990er Opel Senator steht schon in der Garage, weg muss heute niemand mehr. Man weiß, der Tag geht dem Abend zu, man richtet die Schultasche, geht nochmal aufs Zimmer, spielt mit den kleinen Autos oder den Tieren oder zeichnet was, dann gibt es bald Abendessen und man redet dabei über den Tag und wie es so war und hört sich zu, die Sonne scheint in unsere gemütliche Küche. Es wird abgeräumt, man spürt, der Abend kommt aber es ist noch nicht vorbei mit dem Tag, im Radio läuft immer noch Schlagermusik, vielleicht die Schäfer oder Franz Bauer.
https://www.youtube.com/watch?v=S5dJ5GzHJEY
Nachdem abgeräumt ist und das Radio in einem in unbemerkten Moment ausgeschaltet wird, setzt man sich wieder gemeinsam vor den Fernseher, die niedlichen Mainzelmännchen hüpfen im ZDF Werbefernsehen über den Bildschirm unseres gefühlt riesigen Blaupunkt Fernsehers aus dem "Teutsch Technikland", dessen Fernbedienung quadratisch und handtellergroß ist, irgendeine Wiederholung einer typischen ZDF Serie läuft und dann gibt es "heute" mit Peter Hahne oder so.
https://www.youtube.com/watch?v=m50ksn0vQQY
https://www.youtube.com/watch?v=RHefvdzYAY0
Die Nachrichten darf man noch sehen bzw. es wird geduldet und man weiß, dass es nicht selbstverständlich ist und es einem gut geht, man fühlt sich dabei schon "wie ein ganz Großer" und bewundert die Politiker und die Medienleute mit ihren vornehmen Anzügen und Krawatten und in ihren teuren Limousinen, die man in den Nachrichten sieht ... und so um 19.30-19.45 Uhr muss man dann ins Bad gehen, waschen und umziehen und Zähne putzen, trödelt etwas, weil es draußen ja noch hell ist, aber man weiß ja, es führt kein weg dran vorbei und man muss ja irgendwann schlafen gehen, weil man ja morgen wieder zur Schule gehen und um halb sieben aufstehen muss. Um 20.15 Uhr startet das ZDF Vorabendprogramm, da geht man dann gerade ins Bett. Es ist noch hell draußen, die Abendsonne scheint durch die Luftschlitze der Rollos, man schaut noch mal auf den Wecker, lacht innerlich irgendwie und schläft bald ein und weiß, die Familie ist immer da und morgen ist auch ein Tag und es geht so weiter und die Freunde sieht man morgens auch alle wieder in der Schule und darf zum Mittag wieder nach Hause.
Genau so war es und genau so würde ich es wieder haben wollen, weil es eine schöne Zeit war und ich gern zurückdenke - bis heute. Nicht im Sinne von Nostalgie oder dass ich es vermisse oder in meienr Vergangenheit leben würde, aber man denkt gern dran, weil es schön war.
XXX
Ansonsten würde ich eines machen: Ich würde bewirken, dass ich nicht auf die Realschule gehen würde, sondern mit meinen Freunden auf die Hauptschule, was mit Sicherheit besser gewesen wäre für mich. Die Realschule war heftig, ich litt in der sechsten Klasse (2002/03) unter Schulangst. Später war es besser, nachdem junge Lehrer kamen, aber der Anfang hat vieles in mir kaputtgemacht und setzte einer bis dahin sehr glücklichen Kindheit ein jähes Ende. Man sieht es auch auf Fotos: Auf Bildern aus der Realschulzeit wirke ich oft sehr ernst und verschlossen, nachdenklich bis traurig, ich kenne kein Foto von mir aus der Zeit, auf dem ich gelacht hätte ... und noch in der vierten Klasse war ich ein heiterer, immer gut gelaunter, musikalischer und entspannter Junge, der gern gelacht hat - kein Streichespieler, aber einer, der Freude am Leben hatte.
Die Realschule war nur ein fauler Kompromiss, weil ich ein sehr guter Schüler war und eigentlich aufs Gymnasium hätte gehen sollen - wie die Lehrer meinten. Seitens meiner Familie war Jahre vorher schon beschlossen worden, dass auch ich ganz klassisch die Hauptschule mache und dann schaue, wie es dann weiter geht, aber einige Lehrer haben uns dermaßen bedrängt und sogar zuhause belästigt und besucht, ich kann mich sogar an einen gegen meinen Opa gerichteten Bekehrungsversuch beim Einkaufen seitens eines Lehrers erinnern, dass man dann sagte ... gut, okay, dann geht es halt in Gottes Namen für den Buben auf die Realschule, damit die Lehrer Ruhe geben und keiner mehr was sagt. War sicher die falsche Logik, aber was hätten wir denn machen sollen.
Es war nur im Nachgang unfair von meiner Oma nicht zu sagen, dass der Konrektor mit ihr, mit meinem Großonkel und mit unserer Familie ein Problem hatte und schon meinem Cousin und meiner Cousine ein paar Jahre vorher grundlos das Leben zur Hölle gemacht hat ... man braucht mir nix zu erzählen, meine Oma hat das ALLES gewusst und durch ihr Schweigen im falschen Moment mit begünstigt, dass es mir so erbärmlich ging und meine glückliche Kindheit als gemütlicher glücklicher lachender musikalischer Bub mit einem Schlag endete. Ich weiß bis heute nicht, was ich davon halten soll, nur davon, dass auch ein weiterer inzwischen hochbetagter Verwandter schwieg und alles wusste und mit dem Konrektor ein Duzfreund war, der hätte alles beenden können ... heute weiß ich auch, warum er immer so extrem freundlich zu mir war, der hatte ein schlechtes Gewissen, und ich weiß auch, warum ich ihm schon als ca. Fünfjähriger nicht über den Weg traute und ich weiß, dass mein Opa mir helfen wollte und es "verboten" bekam, weil man keinen "Krach" wollte mit dem Konrektor, der ein ekliger Typ war.
Ich habe die Realschule nur dank meinem damals besten Kumpel überstanden, später auch dank einiger positiver Lehrer, aber es war ein "Darben" und es waren meine Hungerjahre, die wegen einer falschen Entscheidung zustande kamen, die über meinen Kopf hinweg entschieden wurde. Heute würde ich als Zehnjähriger, hätte ich dazu die Gelegenheit, protestieren.
Wenn ich heute sagen würde, wie dreckig es mir ging und was ich erlebt habe bis hin zu sexueller Belästigung und Diffamierungen und vielem mehr, würde jeder sicherlich betroffen sein und hieße es, man habe es ja nicht wissen können und nur gut gemeint ... ja klar, das kann ja sein, aber trotzdem - ich würde mich heute vehement wehren gegen die Realschule, zumal ich mich von Anfang an nicht auf diese Schule gefreut habe.
Ich bin deswegen auf die Realschule, weil ich sehr ruhig war und es am Ende als besser angesehen wurde, dass ich vor Ort im bekannten Umfeld bleibe und nicht morgens um sechs Uhr in einen Bus gesetzt werde in eine Stadt 30 Kilometer weiter - und auch deswegen, dass die Lehrer endlich Ruhe geben. Es war ein schaler Kompromiss - die Lehrer hatten uns regelrecht dazu "genötigt" und so lange eingeredet, weil es "Talentvergeudung" sei uns was noch alles, bis es halt so gemacht wurde. Es hieß damals seitens meiner Familie, Gymnasium geht gar nicht, dann meinten die Lehrer, dann aber bitte wenigstens die Realschule - wir haben uns halt "gefügt", glücklich war damit niemand.
Von meinem Jahrgang war ich einer der Ältesten, ich wurde kurz vor Ende der dritten Klasse (im Sommer 2000) zehn Jahre alt - war also die meiste Zeit des Schuljahrs neun Jahre alt, aber im "zehnten Lebensjahr", um es so zu formulieren. Ich war kurz vor der damaligen Einschulung 1997 gerade sieben Jahre alt geworden, die meisten waren sechs Jahre alt. Damals gab es noch den strikten Stichtag, mein Geburtstag liegt nur kurz danach. Es gab in der Parallelklasse ein Mädchen, das drei Tage älter war, ansonsten war ich abgesehen von einen, der mal wiederholen musste und zu uns kam, der Zweitälteste in der Stufe.
Das mit der Hauptschule war ein anderes Thema: Man muss das so sehen - es war eine Gegend, in der die meisten Kinder damals auf die Hauptschule gingen (weil die Eltern da auch schon waren) und wo es einfach "schon immer so war", es gab schlicht keine Alternative, es hieß immer sinngemäß, mach erst mal die Hauptschule, danach lernst du deinen Beruf oder holst Mittlere Reife nach und es wird schon werden. Schon die Realschule galt als "was für Bessere", das Gymnasium war inoffiziell "für Arztkinder und so" reserviert (in den Köpfen). Es war eben absolut ländlich-vorstädtischer Raum, es waren sehr einfache Verhältnisse, es gab keine "Extrawürste". Man muss wahrscheinlich selbst aus einer solchen Umgebung kommen, um deren "System" zu verstehen und nachfühlen zu können.
Für mich wäre es menschlich mit Sicherheit besser gewesen und hätte mir sehr viel Leid erspart, wenn ich auf der Hauptschule mit meinen Freunden aus der Nachbarschaft und der Grundschule gewesen wäre (mit denen ich auch privat immer zusammen war) anstatt in der Realschule, wo ich von vielen aufgrund meiner Herkunft und meiner Wohnsituation nie wirklich akzeptiert und auch von Lehrern oft unfair behandelt wurde - wie gesagt, kleinste Strukturen auf dem Land, da ist so was vielleicht heute noch so.
Ich finde es zwar schade, dass das so angezweifelt wird, weil ich kein Lügner oder so etwas bin, aber es war mir wichtig, das im Sinne der Ehrlichkeit klar zu stellen.
Ich war zwar fröhlich und positiv, aber außerhalb meiner Familie und Freunde bzw. des vertrauten Umfelds immer sehr ruhig und war an kleinste Strukturen gewöhnt - das Gymnasium hätte mich wahrscheinlich völlig überfordert. Das war ein riesiges Areal, an den ich später mal vorbeigefahren bin. Ich habe mich - wie auch meine Freunde aus der Siedlung - vor allem geängstigt, was räumlich und menschlich über das hinausging, das wir kannten.
Ich hoffe, ich konnte die Situation soweit erklären, dass es verständlich und nachvollziehbar ist.
O je, da habe ich mich wohl missverständlich ausgedrückt. Ich wollte dich doch nicht der Lüge bezichtigen. Ich fand das alles nur so seltsam und finde es immer noch wahnsinnig, dass es heutzutage noch solch ein Denken gibt wie "Mach erst mal die Hauptschule ...etc." Ich bin mehr als doppelt so alt wie du, habe als Kind und Jugendliche in einer Kleinstadt gelebt (total ländliches Gebiet), aber schon damals kam die Hälfte meiner Mitschüler auf dem Gymnasium vom Land. Klar, die mussten viel früher raus als wir Stadtkinder, um den regulären Bus zu erwischen, und auch mittags verloren sie teilweise eine Stunde und mehr wegen der Busfahrerei (Schulbusse gab es damals nicht bei uns.), genauso die Realschüler. Denn in den Dörfern gab es damals tatsächlich nur Volksschulen (= Grundschule + Hauptschule) Aber deswegen hätten doch keine Eltern gesagt, ihre Kinder sollten keine höhere Schule besuchen.
Für die meisten Kinder vom Lande gab es sogar noch ein weiteres Handicap. Viele von ihnen konnten noch kein richtiges Hochdeutsch, als sie zum Gymnasium kamen. Um sie vor Hänseleien von uns gemeinen Stadtkindern zu schützen, wurden sie in den ersten zwei Jahren (5. und 6. Klasse) getrennt von uns, in sogenannten "Landklassen", unterrichtet. Erst in der 7. Klasse wurden alle Klassen gemischt aus Stadt und Land. Inzwischen hatten die Kinder vom Land gut Hochdeutsch gelernt. Viele von ihnen sprachen übrigens besser Englisch als die Stadtkinder; das lag vielleicht daran, dass Platt ein bisschen wie eine Mischung aus Englisch und Niederländisch ist. Noch in der 13. Klasse waren 7/18 meiner Mitschüler vom Land.
Kein Problem! Ich bitte um Entschuldigung, ich hatte das missverstanden. Das tut mir leid!
Ich war es nur damals schon gewohnt, dass mir (an der Realschule, vor allem fünfte und sechste Klasse) das Wort selbst bei harmlosen Sachen im Munde rumgedreht wurde auch von Lehrern, wo es nur ging und viele ein Interesse dran hatten, mir Schaden zuzufügen, weil ich "keine Lobby" hatte und keinen "prominenten Papa im Gemeinderat oder Sportverein" und so was alles und bei mir nicht zu erwarten war, dass ein wutentbrannter Papa oder eine selbstbewusste schnippische Mama kommt und mit Schulamt oder Lokalpresse droht. Deswegen reagiere ich vllt. auch über - da bleibt einfach was hängen, ob man es will oder nicht & es tut mir leid!
Ich bekam permanent an der Realschule zu spüren, dass ich als bildungsferner Loser eingestuft wurde, der die Markenkleidungshersteller nicht kannte und dessen Familie sonntags nicht in einem "Landhotel" geschlossen aß und wo nicht zwei teure große Autos vor dem Haus standen, sondern nur ein zehn Jahre alter Opel vor der Mietwohnung und wo man auch nicht in Urlaub fuhr und so ... in der Hauptschule waren alle so wie ich, mit denen habe ich heute noch teilweise Kontakt und es sind alles nette Erwachsene geworden, aber die Realschule hat es mir echt zur Hölle gemacht. Es war dann erst recht ein Drama, dass ich gute Noten hatte, weil dann Neid und Hass ein Thema war und ich von Lehrern zu hören bekam, sie würden sich zu Tode ärgern, aber sie könnten nicht anders, als mir eine gute Note zu machen, weil die Leistung gut ist. Es wurde teilweise zwar bis in die Prüfung immer wieder versucht, mich und auch einen Kumpel aus ähnlichen Verhältnissen künstlich abzuwerten, aber wir haben uns spätestens mit 13/14 Jahren, wo wir selbstbewusster geworden waren, immer gewehrt.
Menschlich wäre es mir auf der Hauptschule besser gegangen, dessen bin ich sicher, und es wäre mir vieles erspart geblieben. Beruflich hätte ich sicher auch eine Chance gehabt, die okay gewesen wäre - gut, ich weiß nicht, ob ich als Ex-Hauptschüler heute Technischer Redakteur wäre, aber wenn ich das nicht wäre, dann hätte sich was Anderes ergeben, das auch okay gewesen wäre. Wenn Gott eine Tür zumacht, macht er einem dafür ein Fenster auf.
Es war halt auch ein Arbeitermilieu, wo jeder, der Abi gemacht hat, von vielen sehr streng beglotzt wurde und unter "Betrüger, Rechtsverdreher, Politiker, Geldsäcke, Angeber, Krawattenträger, Mercedesfahrer, Stenz, Sprüchemacher usw." (den Ausdruck kann man sich raussuchen, geht alles in die selbe Richtung) abgefertigt wurde, ohne dass man die Leute gekannt hat und wo viel unterschwelliger Hass vorhanden war. Ich bin froh, dass bei uns daheim nie von Hass die Rede war, wir so für uns waren - und dass ich rechtzeitig die Bremse gezogen habe, weggezogen bin und beruflich wie privat in meiner Wahlheimat bisher gut angekommen bin.
Ja, Kinder können grausam sein. Aber dass auch die Lehrer derartige Vorurteile hatten und das dann auch noch raushängen ließen, ist für mich absolut nicht nachvollziehbar. Unglaublich: Sie würden sich zu Tode ärgern, aber sie könnten nicht anders, als dir eine gute Note zu geben, weil die Leistung gut sei. Was waren denn das für "Pädagogen"? Solche Kommentare hätte ich vielleicht doch mal heimlich aufgenommen und dann meine Eltern gebeten, gegen solche Typen vorzugehen.
Sei froh, dass du jetzt aus diesem toxischen Umfeld raus bist. Da kriegt man ja keine Luft.
Stell dir vor, du wachst morgen auf – und bist wieder 10 Jahre alt.
Wauw ... da wäre die Kacke aber am Dampfen. Mein AG macht sich strafbar weil er Kinderarbeit toleriert. Mein Vermieter bekommt eins auf den Deckel da er an Minderjährige vermietet. Alle Vertragspartner bekommen ärger, da ich nicht mal eingeschränkt Geschäftsfähig wäre. Und in der Führerscheinzulassung und PKW Zulassungsstelle hätte man ein Paradoxon. Und schnell wäre der Führerschein ungültig, und der PKW nicht mehr zugelassen. Ganz toll. Meine Krankenversicherung kündigt mir die Freundschaft. Diesbezüglich könnte ich wieder zurück zu meinen Eltern, die gar kein Platz für mich hätten. lul
Und meine F+ Dingsi wäre über Nacht Pädophil geworden. Schöne Grüße an die KriPo. Das kommt landesweit in den Nachrichten. 😛
Also wäre das erste was ich tun würde, ... zum Hausarzt gehen, und auf Teufel komm raus mir attestieren lassen, dass ich "nur" wie 10 Jahre aussehe. Den auf Schule hätte ich null Bock. Klar, ... mit dem Wissen würde ich mehr 1er raus hauen als BMW, aber ... all die Stunden mich von der Lehrkraft vollsülzen lassen. 😵💫
Und ich muss Geld verdienen. Miete, Auto, monatliche Fixkosten für Strom, Gas, Versicherungen, ... ich muss arbeiten. Und mein Auto gebe ich niemals her, nie! mals! 😠 Auf Sex scheixxx ich, wird eh überbewertet. Und ja ich kenne das Hauptklientel auf gutefrage.net. Die verstehen den Satz gar nicht. Aber gibt genug Erwachsene die ihn verstehen. Hoff ich mal.
Also werde ich wohl erstmal auf unbestimmte Zeit krankgeschrieben. Hm ... ich rieche viel Zeit zum zocken. 😁👍🏼
Mir fällt gerade ein, ... wie gehe ich einkaufen? Puuuh, ... dazu müsste ich jemand aus der Familie akquirieren. Na die würden sich ein Ast ab freuen. Die sind froh, dass Sie ihre Ruhen vor uns haben. 😂
Und wie fahre ich Auto? Ich ... könnte ... kein ... normales ... Auto ... mehr ... fahren ...
Oh je ... ich merke wie Depressionen sich aus den tiefen der Tiefen Hirnwindungen hervor tun. Deshalb höre ich hier lieber besser auf. Sonst hab ich den restlichen Tag miese Vipes. 😇
Was ich nicht verstehe, ist: Wenn du so gut in der Schule warst, dass du eigentlich hättest zum Gymnasium gehen sollen, wieso bist du dann "nur" auf die Realschule gegangen? Du selbst sagst aber, dass die Realschule "heftig" für dich gewesen sei und dass du besser auf die Hauptschule gegangen wärst. Das passt doch irgendwie gar nicht zusammen. Auch, dass du mit 10 erst in der 3. Klasse warst!🤷♀️Wir waren mit 10 ganz regulär in der 5. Klasse. Es kam wohl mal vor, dass ein Schüler mit 11 in der 5. Klasse war. Das lag dann entweder daran, dass er zwar bei der Einschulung noch 6 gewesen war, aber kurz darauf seinen 7. Geburtstag feierte, oder dass er mit 6 zu schmächtig war, um eingeschult zu werden.
Ich verstehe auch nicht, wie deine Familie schon Jahre vorher beschließen konnte, dass du zur Hauptschule gehen solltest. Man muss doch erst mal schauen, wie ein Kind sich entwickelt. Normalerweise wollen Eltern für ihre Kinder das Beste, und wenn sie sehen, dass es sich schulisch gut entwickelt, dann wollen sie ihm doch nicht den weiteren Bildungsweg verbauen, indem sie es auf die Hauptschule schicken.
Das kommt mir alles seltsam vor.